Baden
Der beste Kochlehrling der Schweiz kommt aus Mägenwil

Thomas Habegger aus Mägenwil hat am Freitag den nationalen Lehrlings-Kochwettbewerb «gusto13» gewonnen. Die Auszeichnung kann für den bescheidenen Jungkoch durchaus zum Karrieresprungbrett werden.

Sandra Ardizzone
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Konzentriert arbeiten die Finalisten an ihren Kreationen. Für Fehler hat man hier keine Zeit.

Konzentriert arbeiten die Finalisten an ihren Kreationen. Für Fehler hat man hier keine Zeit.

Der süssliche Geruch von Zimt liegt in der Luft. Aus verschiedenen Pfannen dampft, zischt und blubbert es. Konzentriert stehen neun Jugendliche an den Herden der Berufsschule Martinsberg. Es sind Kochlernende aus Restaurants in der gesamten Schweiz. Extra angereist, um sich mit ihren Altersgenossen zu messen. Sie sind alle gleich gekleidet und haben alle dasselbe Ziel: Das heutige Finale des Lehrlings-Kochwettbewerbs «gusto13» für sich zu entscheiden.

«Ein Sieg bei gusto verspricht Ruhm, Stolz und eine sensationelle Plattform für die Zukunft», erklärt Pascal Perraudin vom Organisator Howeg. Nicht selten schafft der Gusto-Sieger sogar den Sprung in die Schweizer Junioren-Kochnationalmannschaft. Dass der Wettbewerb ein Karrieresprungbrett ist, ist den Finalteilnehmern bewusst: Hoch konzentriert arbeiten sie an Ihren Plätzen und lassen sich selbst durch die anwesenden Jurymitglieder und Pressevertreter nicht aus der Ruhe bringen.

Gerichte wie aus Gourmet-Tempeln

Die neun Finalisten wurden von einer Jury aus rund 80 Einsendungen ausgewählt. «Die Qualität der Einsendungen war dieses Jahr extrem hoch», so Perraudin, «Das hat es uns besonders schwer gemacht, die besten auszuwählen.» Ins Finale geschafft haben es schliesslich drei Mädchen und sechs Junge, die sich am Freitag mit ihren Kreationen massen. Die Liste der Gerichte am gusto13 liest sich wie das Menü eines Gourmet-Tempels. «Doppelrahm Birnenroulade auf Hüppenschale mit warmem Schokoladenschaum mit Rotweinbirne und deren Luft» heisst es dann.

Oder etwa das Siegergericht «Lamm-Pouletkreation mit Grossmutters Kartoffeltürmchen und Marktgemüse». Dieses hat der 19-jährige Thomas Habegger aus Mägenwil gemeinsam mit seinem Lehrmeister René Frei kreiert. Habegger ist im 3. Lehrjahr in der Rehaklinik Bellikon und vermochte die Jury mit seinem Hauptgang samt Dessert zu überzeugen. Am Galaabend im Anschluss an das Wettkochen wurde er zum Sieger des gusto13 gekürt. Er gewinnt einen zweiwöchigen Stage in den Philippinen, wo er nicht nur Ferien machen, sondern auch in den besten Küchen des Landes kochen darf. Mit zwei Gerichten hat sich Habegger in die Schweizer Kochelite hochkatapultiert.

Nummer 107 gehört zur Kochelite

In der Küche der Berufsschule ist mittlerweile etwas Hektik aufgekommen. Etwas riecht verbrannt. Die Jugendlichen sausen von der Kochplatte zum Backofen und wieder zurück, schnetzeln Randen oder vakuumieren Radieschen.

Der Zeitdruck, der auf den Lernenden lastet, ist deutlich spürbar. Pünktlich fertig werden sie aber alle. Habeggers Gericht mit der Kandidatennummer 107 sieht fantastisch aus – und riecht auch so. Lehrmeister René Frei ist zufrieden: «Das hast du gut gemacht», gratuliert er Thomas Habegger nach dem Wettbewerb am Freitag.

Und der Sieger selbst? Der bleibt ganz bescheiden. Bevor er den Ausgang des Wettbewerbs kennt, sagt Habegger: «Ich hoffe schon, dass ich gewinne. Dann hätte sich der ganze Aufwand gelohnt.»