Herr Steimer, Sie haben sich vor Westschweizer Publikum in Grange-Verney (VD) gegen neun Berufskollegen aus der welschen Schweiz durchgesetzt und den Titel des besten Schweizer Winzers in den Aargau geholt. Macht Sie dies besonders stolz?

Christian Steimer: Ich freue mich riesig. Es ist schon etwas Spezielles, der erste Winzer-Schweizermeister zu sein und den Titel in den Aargau geholt zu haben. Ich habe es zuerst gar nicht realisiert, da der Speaker während der Rangverkündigung eine lange Rede auf französisch hielt. Die Sprachbarriere erschwerten auch etwas die Bedingungen.

Inwiefern?

Zwar waren fast alle Aufgaben auf Deutsch. Die Experten an den einzelnen Posten sprachen aber meist nur Französisch. Wir konnten uns jedoch mit Händen und Füssen verständigen. Etwas schwierig war die Aufgabe, bei der ich ein Glas Wein einer bestimmten Rebsorte zuordnen musste. Zu jedem Glas erhielt ich ein Datenblatt mit den Angaben zur Blattgrösse oder Traubenbeere der jeweiligen Sorte – aber leider nicht übersetzt. Darüber war ich nicht so glücklich. Ich kann ein wenig Französisch, aber ich kenne nicht alle Fachbegriffe.

Waren Sie deshalb nervöser?

Nein. Es war etwas frustrierend, aber im Grossen und Ganzen konnte ich es trotzdem gelassen nehmen.

Welche Aufgabe lief Ihnen besonders gut?

Der Posten Bekämpfungsstrategie. Dort musste ich beispielsweise berechnen, wie viel Wasser und Pflanzenschutzmittel ich für eine bestimmte Fläche verwenden muss, um den falschen Mehltau zu bekämpfen.

Und welche Aufgabe war eine Herausforderung?

Eine der schwersten Aufgaben war, zehn verschiedene Düfte in zehn verschiedenen Gläser zu erkennen, wie beispielsweise Rose, Aprikose oder Lakritze. Diese Aufgabe war eher auf die Weintechnologen ausgerichtet, die in den selben Disziplinen antraten wie wir Winzer.

Wie haben Sie Ihren Sieg gefeiert?

Zuerst musste ich einer Westschweizer Zeitung ein Interview geben. Zum Glück auf Deutsch (lacht). Danach fuhr ich mit meiner Mutter nach Hause. Sie kam am Sonntag überraschend nach Grange, um mich zu unterstützen. Anschliessend feierte ich mit meiner Familie beim Abendessen meinen Sieg.