Baden
Der Betrachter soll auf eine eigene Entdeckungsreise geschickt werden

Die drei Künstlerinnen Anna Schmid, Dora Freiermuth und die Badenerin Claudia Walser laden zur Ausstellung in der Galerie «Anixis» ein. Skulpturen aus Holz, dynamische Malerei und Collagen – kleine und grosse Formate in einem Raum.

Ursula Burgherr
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Malereien von Claudia Walser in der Galerie «Anixis»

Malereien von Claudia Walser in der Galerie «Anixis»

ursula burgherr

Ins Auge stechen beim Betreten der Badener Galerie «Anixis» drei riesige hölzerne Lindenblüten mit filigran ausgeschaffenen Details und haarfeinen Strukturen. Kaum zu glauben, dass Bildhauerin Anna Schmid aus Spiez vorwiegend mit einer groben Kettensäge arbeitet. Damit gab sie auch ihren babylonischen Türmen Form, die so wackelig und fragil erscheinen, als ob sie gleich in sich zusammenfallen würden. Die Künstlerin schafft es, aus stabilen Holzstücken Formen zu kreieren, die zerbrechlich wirken. Galerie-Besuchern ist empfohlen, sich für einige Minuten vor Schmids mantelförmige Skulpturen mit dem Titel «Silence» zu stellen. Deren Harmonie und Anmut übertragen sich auf den Betrachter und lassen ihn - nomen est omen - tatsächlich zur Ruhe kommen.

Wenn der Blick dann allerdings auf Claudia Walsers farbintensive dynamische Malereien fällt, wird so mancher ins Rätseln kommen. Was möchte die Kunstschaffende mit ihren abstrakten, aus Materialien wie Sand, Champagnerkreide, Strukturmasse und Wachs geschichteten Bildern zum Ausdruck bringen? Welche Botschaften will sie mit aufgemalten Worten wie «Strength» oder «Tal der Weisheit» vermitteln, und was bedeuten die kleinen figürlichen Elemente, von denen beim genaueren Hinsehen immer mehr entdeckt werden? «Ich verarbeite in meinen Werken – die oft über Wochen und Monate entstehen – verschiedene Tageseinflüsse und Gefühle», sagt die Badenerin. Dass sie nicht konkreter wird, hat einen Grund: «Es geht mir aber nicht darum, meine Geschichte zu erzählen, sondern den Betrachter durch die vielfältigen Elemente in meinen Gemälden auf seine eigene Entdeckungsreise zu schicken.»

Geheimnisvoll gibt sich auch Dora Freiermuth aus Laufenburg - zumindest was die Technik ihrer Werkgruppe aus changierenden Scotchtapes und Grafit angeht. Je nach Standort scheinen sich Farbe und Struktur der Collagen zu ändern. Auf MDF-Platten verdichtet Freiermuth schnurartige Tuschlinien zu einer Art Endloschaos, das doch in sich geordnet wirkt. Zudem präsentiert sie 18 Kleinformate ihres 70-teiligen mit Tusch gezeichneten Ginko-Frieses.

Ausstellung bis zum 18. Oktober

Literarische Soirée mit Christian Haller 24. September, 19 Uhr

Konzert mit «Covers on two Chairs» 26. September, 19 Uhr

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