Mellingen

Der Blick in die Zukunft reicht in Mellingen über das Jahr 2035 hinaus

Gemeinderätin Mirjam Egloff spricht über Entwicklung.Emanuel Freudiger

Gemeinderätin Mirjam Egloff spricht über Entwicklung.Emanuel Freudiger

Die Nutzungsplanung des aufstrebenden Städtchens an der Reuss wird revidiert. Neues Land soll für zusätzlichen Wohnraum eingezont und die bestehenden Wohnzonen sollen besser genutzt werden.

Mellingen wächst, das ist offensichtlich. Der schon vor einigen Jahren losgegangene Bauboom hält an, nirgends im Reusstal stehen so viele Baukrans. Sowohl der Hang auf der rechten Talseite wie die Ebene werden immer mehr überbaut. Langsam kommt die Gemeinde an ihre Grenzen. Mit dem Entwicklungskonzept Vision 2035+ und der Revision der Nutzungsplanung will der Gemeinderat die Weichen stellen.

Gemeinderätin Mirjam Egloff über die Zukunft von Mellingen

Gemeinderätin Mirjam Egloff über die Zukunft von Mellingen

Zugleich schränkt der Gemeinderat ein: Der Konzeptplan erhebt keinen Anspruch auf anhaltende abschliessende Richtigkeit. «In Mellingen könnten einmal 6500 bis 7000 Personen wohnen», sagt Gemeinderätin Mirjam Egloff.

Kerngebiet vom Verkehr befreien

Ein sehr wichtiges Element in der Entwicklung von Mellingen ist die geplante Umfahrungsstrasse. Dank ihr sollen dereinst die heutigen Kantonsstrassen, die Hauptgasse, die Birrfeldstrasse und die Lenzburgerstrasse weitgehend vom Durchgangsverkehr befreit werden. Dann sind, so der Gemeinderat, auch die Routen des öffentlichen Verkehrs zu überdenken. Wie schön die grundsätzlich schon malerische Altstadt einmal sein kann, zeigen die bereits sanierten Gassen. «Es wird eine zentrale Aufgabe sein, die Leute in die Altstadt zu bringen», sagt Egloff. Denn der Gemeinderat strebt keine museale Altstadt an, sie soll ein wichtiger Teil des Lebensraums bleiben, und dazu gehören auch Geschäfte.

Zwei Wege sieht der Gemeinderat, um Platz für weiteren Wohnraum zu schaffen: «Neues Land soll eingezont werden und bestehende Wohnzonen sollen besser genutzt werden können.» Viele Gebäude böten Erneuerungspotenzial, so könnte beispielsweise eine Etage höher gebaut werden. Egloff schränkt aber auch ein: «Wir wollen keine neuen Hochhäuser.» Diejenigen an der Birrfeldstrasse sollen zeitgemäss saniert werden können. Weil mit der neuen Nutzungsordnung die Weichen für eine längere Zeitspanne gestellt werden, müsse gut überlegt werden, was vorzukehren sei: «Dann müssen wir die einzelnen Elemente priorisieren.»

In der Gemeinde sollen noch vermehrt Arbeitsplätze angeboten werden. Der Gemeinderat sieht, in Anlehnung an die Situation, drei Gebiete vor: Gheid, Heitersberg/Kreisel und Tanklager. Dabei sollen Betriebe mit hoher Beschäftigungszahl im Vordergrund stehen. Verkaufsgeschäfte sollen wie heute in den Zentrumslagen konzentriert bleiben.

Schutz der Juwelen

Ein wichtiges Element für die Lebensqualität in Mellingen ist die freie Natur, wobei der Reuss ein besonderer Stellenwert zukommt. So nutzen sie die Wasserfahrer als Sportstätte und an schönen Sommertagen ist sie ein beliebter Badeplatz. Von diesen Trümpfen sollen die Mellingerinnen und Mellinger auch künftig profitieren können. Der Schutz, insbesondere der an der Reuss liegenden malerischen Altstadt ist unbestritten. Der Stadtrat sieht aber auch weitere Schutzauflagen für die der Altstadt vorgelagerten Gebiete vor. «Die Charakteristik, unter anderem der Bahnhofstrasse, soll erhalten bleiben.» Sie zeugt von der früheren Industrialisierung. Als neue Schutzobjekte sollen die reformierte Kirche mit dem Pfarrhaus dazukommen.

Im Laufe des Jahres 2014 soll die Nutzungsplanung öffentlich aufgelegt werden. Voraussichtlich im Dezember 2014 werden die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung darüber entscheiden.

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