Casino Baden

Der Casino-Entscheid bleibt weiterhin rätselhaft

Zürich wird Konkurrenz

Die az Aargauer Zeitung berichtete bereits am 23. Juni darüber, dass der Entscheid für ein A-Casino in der Stadt Zürich zugunsten von Swiss Casinos haarscharf ausgefallen sein musste.

Dies liess sich anhand der Pressemeldung von Bundesbern mehr als nur vermuten. Über die Details ihrer Empfehlung schwiegen sich die Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) wie der Bundesrat aus; selbst die Bewerber erhielten keine Einsicht.

Baden mit bestem Gesamtresultat

Vor kurzem schrieb die «NZZ» in einem Artikel über «einige Ungereimtheiten» beim Casino-Entscheid des Bundesrates – aufgrund des Empfehlungsschreibens der ESBK. Dieses liegt nun auch der az-Redaktion vor. Es lässt sich allerdings nicht ohne Gebrauchsanweisung erklären.

Das Grand Casino Baden hatte für den Beatenplatz ein eigenes Projekt eingereicht und sich zudem am Projekt Sihlporte beteiligt. Diese beiden Bewerbungen lieferten sich mit derjenigen der Swiss Casinos AG (Haus Ober) offenbar ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ausser Traktanden fielen die beiden anderen Projekte (Sihlcity und Alte Börse). Die Hintergründe des Schlussentscheides jedoch bleiben nach wie vor im Dunkeln, zumal die Bewerbung des Grand Casinos über alle bewerteten Kriterien hinweg das beste Gesamtergebnis erreichte.

Und trotz Projektänderungen

Bei der ESBK weist man jedoch darauf hin, dass die Kriterien unterschiedlich gewichtet worden seien. «Die Plausibilität des Businessplans wurde von Experten überprüft», erklärt der Sprecher der ESBK. So sei die Rentabilität im Vordergrund gestanden, ebenso die Eigenkapitalbasis. In der Tat schneidet bei diesen Kriterien das Projekt von Swiss Casinos (siehe Tabelle) besser ab.

Im Dunkeln bleibt, wie stark die Redimensionierung des Bauprojektes im Haus Ober – nach der Eingabefrist der Bewerbungen! – in die Beurteilung durch die ESBK eingeflossen ist. Wie der verzögerten Eröffnung hat die ESBK dieser Änderung am Projekt wenig Bedeutung zugemessen. Das, obschon in der zweiten Variante auf das Erdgeschoss sowie das vierte und fünfte Geschoss verzichtet wird.

Keinen Einfluss auf den Entscheid hatten ebenfalls Negativschlagzeilen der Swiss Casinos AG. So wurde das Casino Schaffhausen wegen Verstoss gegen die Sorgfaltspflicht gebüsst; weil eine spielsüchtige Bankangestellte drei Millionen Franken ihres Arbeitgebers verspielt hatte und zu spät gesperrt wurde. «Die Verantwortung der Zürcher Gesellschaft liegt in andern Händen», erklärt man sich in Bern bei der ESBK.

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