Stetten
Der Chili-König: «Die Leute mögen es gerne scharf»

Banker Erich Fischer betreibt in seiner Freizeit eine Chiliplantage. Die Schoten verarbeitet er zu feinen Saucen. Rund 35 Mal pro Jahr steht er dafür in seiner Küche am Herd.

Carla Stampfli
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Erich Fischer betreibt in Stetten eine Chili-Plantage
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Erich Fischer auf seiner Chiliplantage. Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten.
RüsstalChili Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten. Im Bild: verschieden farbige Habanero-Chilis.
Erich Fischer auf seiner Chiliplantage. Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten.
Rüsstal-Chili Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten. Im Bild: Cayenne-Schoten.
Rüsstal-Chili Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten.
Zwar verkaufen sich seine Produkte in verschiedenen Läden der Region und via Online-Shop weiterhin gut, oder sogar noch besser. Aber mit dem Ausfall der Märkte fehlt ihm schon jetzt rund ein Drittel des jährlichen Einkommens. Im Bild: Eine Thai-Zierchili. Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten. Im Bild: Eine Thai-Zierchili.
Mit dem Fall der Seetaler Bauern lässt sich Erich Fischers Fall nicht vergleichen. Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten. Im Bild: ???
Ohne Mindestarbeitszeitbedarf und wirtschaftliche Produktion gilt die Tätigkeit der RüsstalChili GmbH gemäss Kanton als Freizeitlandwirtschaft und kann deshalb auch nicht mit den Seetaler Bauern verglichen werden. Im Bild: Die "Birds Eye" genannten Chilis sind in dieser Grösse bereits ausgewachsen. Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten. Im Bild: Die "Birds Eye" genannten Chilis sind in dieser Grösse bereits ausgewachsen.
Mit dem 210 Quadratmeter grossen Tunnel auf dem Chlosterfeld an der Gnadenthalerstrasse hätte Fischer seine Pflanzen vor den Wetterkapriolen schützen und so eine sichere Ernte gewährleisten wollen. Im Bild: Der etwas kleinere, temporäre Tunnel 2017 auf dem Feld von Bauer Thomas Koch. Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten.
Der geplante Tunnel wäre fix aufgestellt worden. Erich Fischer aus Stetten arbeitet auf der Bank, betreibt aber nebenbei seit 2013 eine Chiliplantage auf dem Bauernhof von Thomas Koch und verkauft seine Chili-Produkte (Saucen, Senf, Öle) unter dem Namen "RüsstalChili" an verschiedenen Jahresmärkten.

Erich Fischer betreibt in Stetten eine Chili-Plantage

Sandra Ardizzone

Knallig gelb, saftig rot und leuchtend grün sind die Chilischoten, die von den Zweigen baumeln. Rund 450 Stauden hat Erich Fischer in seiner Chiliplantage in Stetten. Die Sorten variieren von Habanero und Jalapeño zu Bird’s Eye, und Thai bis hin zu Cayenne.

«Ende Juli konnte ich die ersten Schoten ernten», sagt der 56-Jährige, während er durch die Plantage streift. Fischer rechnet, dass er bis Oktober rund 40 Kilogramm Chili ablesen kann. «Dieses Jahr wird ein gutes Jahr. Die Pflanzen wachsen problemlos», sagt er erfreut. Sind die Chilischoten einmal geerntet, werden sie gewaschen, gerüstet, entkernt und tiefgefroren. Danach verarbeitet Fischer sie zu seinen in der Region bekannten Saucen, die er unter dem Namen «Rüsstalchili» verkauft. Zum Sortiment gehören auch Chiliöl, Chilisenf und Chilipulver.

«Die Produkte stelle ich ohne Zusatzstoffe in unserer Küche her», sagt Fischer, der mit seiner Frau im Dorfzentrum von Stetten lebt. Rund 35 Mal im Jahr steht er am Herd und verarbeitet die Chilischoten: an den Wochenenden und während der Erntezeit zusätzlich an den Abenden. «Neben dem Job ist das manchmal ganz schön anstrengend», sagt Fischer, der Vollzeit bei einer Bank arbeitet. «Doch die Leidenschaft für Chili überwiegt», fügt er mit einem Lächeln an.

Über zehn Saucen im Sortiment

Seit 2013 baut er die Pflanzen auf dem Birkenhof von Thomas Koch an, seinem direkten Nachbarn. Angefangen hat er mit drei Variationen von «Di scharfi Cayenne», mittlerweile bietet er über zehn Saucen an. «Was wirklich gut läuft, sind die sehr scharfen Produkte. Milde Saucen verkaufen sich weniger gut», sagt Fischer. Deshalb überlegt er sich, die milden aus dem Sortiment zu kippen. Neue Produkte anzubieten, kommt für Fischer aber nicht infrage. «Klar, Ideen sind immer da, auch würde ich gerne etwas mehr verkaufen.» Doch für eine Erweiterung sei die Chiliplantage zu klein, auch seine Küche zu Hause und das Lager würden nicht ausreichen. «Ich bin zufrieden, wie es läuft. Schliesslich betreibe ich das Ganze hobbymässig und nicht professionell», sagt er. Einzig ist er noch auf der Suche nach einem zusätzlichen Wiederverkäufer – nebst der Chämi Metzg in Fislisbach.

Heute bietet Fischer seine Waren auf diversen Märkten in der Region an, beispielsweise in Mellingen, Bremgarten und Oberrohrdorf. Auch betreibt er einen Onlineshop. Trotz Internetzeitalter: «Den Grossteil verkaufe ich auf dem Markt. Dort können die Besucher die Produkte mit Brot probieren. Das wird geschätzt.» Und was rät er ihnen, falls es im Mund einmal zu stark brennen sollte? Fischer schmunzelt und sagt: «Dann sollte man etwas Fetthaltiges essen. Das bindet das Capsaicin, das dem Chili seine natürliche Schärfe verleiht.»

Bruder brachte Chili mit

Auf den Chili gekommen ist Fischer durch Zufall: Sein Bruder brachte ihm von einer Reise einmal Chilisamen mit. Er säte sie, verarbeitete die Schoten zu Saucen und benutzte diese zu Hause. Da sie ihm und seiner Frau gut schmeckten, begann er, sie im Freundeskreis zu verteilen. «Eines Tages fragte man mich, weshalb ich die Saucen nicht verkaufe. So ist alles entstanden», sagt Fischer, der mit Nachbar Thomas Koch einen idealen Partner für seine Chiliplantage gefunden hat. Manchmal helfen die Kinder von Kochs Freundin bei der Ernte mit, auch darf er Strom für seine Bewässerungsanlage beziehen. Im Gegenzug erhalten seine Nachbarn Chili-Produkte.

Was die Zukunft betrifft, darüber hat sich Fischer noch keine grossen Gedanken gemacht. Er mache weiter, solange es ihm Spass macht. Und das tut es: «Es ist toll, wenn man zusehen kann, wie der Chili wächst.» Das Schönste sei aber, die Produkte auf dem Markt zu präsentieren und mit Leuten in Kontakt zu treten. Die nächste Gelegenheit steht bereits vor der Tür: So organisiert Fischer nicht nur einen Tag des offenen Chilifelds, sondern er wird auch beim Mostfest auf dem Birkenhof von Thomas Koch präsent sein. «Darauf freue ich mich sehr. Vielleicht lässt sich der eine oder andere Besucher für mein Chili begeistern», fügt er mit einem Augenzwinkern an.

Tag des offenen Chilifelds: Samstag, 9. September, 13 bis 19 Uhr, Mellinger-strasse 7, Stetten. Parkplätze sind keine vorhanden, Busstation in der Nähe.