Die Verantwortlichen waren sicheinig diese Woche am Dorfbach von Stetten. Dort sei etwas «ganz Wunderbares entstanden», wie Regula Bachmann, Präsidentin des World Wide Fund for Nature (WWF) Aargau anlässlich der Einweihung der Anlage sagte.

Mit dem Projekt sei ein neuer Lebensraum für Fauna und Flora entstanden, betonte Bachmann. Fische, allen voran die Bachforelle, Insekten und Vögel könnten sich auf dem neugestalteten Areal rund um die frühere Fischzucht rundum wohlfühlen. Die Renaturierung des Dorfbaches ist auf einer Länge von 200 Metern erfolgt. «Keine lange Strecke, aber eine wichtige», findet Regula Bachmann.

Neben der Renaturierung des Bachbetts ist dort, wo die früheren Zuchtbecken lagen, ein Amphibienteich entstanden. «Tümpel sind im Aargau rar geworden», unterstrich Bachmann. Und erklärte, dass von den rund 3000 Kilometern Bäche und Flüsse im Kanton sich etwa die Hälfte in schlechtem und «naturfernem» Zustand befinde.

Auch der Dorfbach in Stetten konnte alles andere als frei fliessen. «Wir haben hier einen relativ monoton fliessenden Bach vorgefunden», erklärte Petra Nobs, Fachspezialistin Fischerei beim Kanton. «Aber jetzt sieht es hier ganz anders aus.» Die Modellierung des Geländes sei gut gelungen, die Übergänge zwischen Wasser und Land seien fliessend.

Überraschend viele Fische

Projektleiter Florin Rutschmann von der creaNatira GmbH in Aarau berichtete, wie stark der Stettemer Dorfbach, von dem ein erster Teil schon 2009 renaturiert worden war, in seinem Verlauf vom Menschen eingezwängt worden sei. Bis zu zwei Meter hohe Holzschwellen zur Uferbefestigung hätten dort entfernt werden müssen, um den früheren, natürlichen Bachverlauf wiederherzustellen. Schweres Gerät musste auch dazu genutzt werden, die aus Beton bestehenden Fischzuchtbecken aufzubrechen und zu beseitigen.Wobei die wild im Bach lebenden Fische sich dort auch schon vor der Renaturierung wohlgefühlt haben müssen. Denn im Zuge der Bauarbeiten seien diese elektrisch abgefischt worden, erklärte Rutschmann. «Zur grossen Überraschung aller» wurden dabei rund 100 Exemplare gezählt.

Finanziert wurde das Projekt vom Bund, dem Kanton, dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich mit Geld aus seinem vier Millionen Franken umfassenden Ökofonds und vom WWF Schweiz. Rund 400'000 Franken waren für die Renaturierung einkalkuliert worden. Laut Florin Rutschmann wird es jetzt wohl – auch der günstigen Witterung wegen – deutlich weniger sein. Um welchen Betrag es sich dabei genau handle, konnte Rutschmann am Dienstag aber noch nicht beziffern.