Wettingen

Der Einwohnerrat bewilligt Kredit über 25,4 Millionen für neues Schulhaus

So soll das Schulhaus Zehntenhof nach Fertigstellung aussehen (Visualisierung).

So soll das Schulhaus Zehntenhof nach Fertigstellung aussehen (Visualisierung).

Trotz heftiger Kritik am Schulhaus-Projekt der Gemeinde Wettingen stimmte der Einwohnerrat dem Neubau des Zehntenhofes zu. Bereits im Sommer 2016 sollen die Schüler im neuen Schulhaus einziehen sollen.

Mit 33 Ja- zu 4 Nein-Stimmen bei 6 Enthaltungen ist das Resultat letzten Endes deutlich ausgefallen. Die Diskussion über das Kreditbegehren des Gemeinderats über 25,4 Millionen zum Neubau des Schulhauses Zehntenhof verlief sehr zäh.

In einer Stellungnahme vonseiten der Finanzkommission machte der Sprecher der Fiko, Jürg Baumann, auf den ehrgeizigen Terminplan des Projektes aufmerksam. Der Bezug des neuen Zehntenhof Schulhauses ist für den Sommer 2016 geplant.

«Hüftschuss» gegen das Projekt

Anschliessend hat Philipp Bürgler einen Änderungsantrag der FDP eingebracht. Die Fraktion verlangte, dass der Kredit um eine Million Franken reduziert wird. Die FDP-Fraktion hat sich hierbei auf den Standpunkt gestützt, der Preis pro Kubikmeter Schulraum sei zu hoch. Um diese Aussage zu untermauern, hat Bürgler Beispiele von Schulhausbauten präsentiert, die billiger zu stehen kamen.

Gemeinderat Daniel Huser (SVP) hat den Vorstoss als «Hüftschuss gegen das Projekt Zehntenhof» bezeichnet. Thomas Benz (CVP) unterstützt Huser. Er hat die Befürchtung geäussert, dass bei einer Annahme weitere Sparanträge dem Projekt schaden könnten. Markus Maibach (SP) hat das «Downward Benchmarking» der FDP kritisiert. Sie vergleiche das Projekt zu pessimistisch. Man finde immer billigere aber auch teurere Beispiele. Der Antrag der FDP ist mit 17 Ja zu 25 Nein bei einer Enthaltung abgelehnt worden.

Das Votum der CVP-Fraktion hat Reto Huber abgegeben. Seine Fraktion unterstütze das Projekt. Zwei Anregungen brachte Huber aber zur Sprache. Zum einen solle die Aula im Schulhaus Zehntenhof die Bedürfnisse vieler Interessentengruppen abdecken. Zum anderen solle die Anlieferung durch den Keller überprüft werden. Dieser Transportweg schone den Pausenplatz.

Mittagstisch und Toiletten

Esther Elsener-Konezciny hat als Wortführerin der Fraktion SP/Wettigrüen das knappe Raumprogramm bemängelt. Es sei für acht Parallelklassen konzipiert, nicht für die voraussichtlichen neun. Zudem hat sie die Platzbedürfnisse des Mittagstisches unterstrichen. Leo Scherer (WG) erwähnte in diesem Kontext, dass eine Änderung der Schülerzahl an einem Mittelstufenzentrum stark ins Gewicht fällt.

Die Fraktion SP/Wettigrüen thematisierte auch die Verteilung der Toiletten im Schulhaus. Elsener hat geltend gemacht, dass im Erdgeschoss keine geschlechtergetrennten WCs geplant seien. Gemeinderat Huser erwiderte, dies sei nicht der Fall. Toiletten seien für beide Geschlechter auch im Erdgeschoss vorgesehen.

Energieeffizienter aber teurer

Die SVP hat beantragt, das Gebäude nach «Minergie Standard» zu errichten und nicht nach «Minergie P». Die Erfüllung letzterer Norm koste zwischen 300 000 und 800 000 Franken mehr, ist aber dank einer bis zu 35 Zentimetern dicken Isolation energieeffizienter. Daniel Huser hat «Minergie P» verteidigt, weil man im Kanton eine Vorbildfunktion wahrnehmen wolle. Auch dieser Antrag ist vom Einwohnerrat mit 26 zu 13 Stimmen bei 4 Enthaltungen abgelehnt worden.

Volksabstimmung, Schulhaus Zehntenhof, Sonntag, 24. November 2013

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