Wettingen
Der «Franzos im Aargau» zieht trotz Regen zahlreiche Zuschauer an

Die Klosterspiele sind trotz Wetterkapriolen sehr gut besucht. Über 5000 Zuschauer haben bereits unter freiem Himmel mit dem «Franzos im Aargau» gelitten und gelacht.

Nicole Bächli
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Bei der Premiere am 5. Juli war das Wetter noch freundlicher: Thomas Hürlimanns «Franzos im Aargau», inszeniert von Volker Hesse.

Bei der Premiere am 5. Juli war das Wetter noch freundlicher: Thomas Hürlimanns «Franzos im Aargau», inszeniert von Volker Hesse.

Chris Iseli

«Es ‹pflotscht› von oben und von unten», beschreibt Maja Wanner lachend das Erlebnis, die Badeszene im Brunnen bei Regen zu spielen. Wanner spielt als Präsidentin des Trägervereins der Wettinger Klosterspiele selbst im Stück «De Franzos im Aargau» mit. Generell sei die Spielfreude gross und die Schauspieler – darunter grösstenteils Laien – möchten möglichst verhindern, dass eine Freilichtaufführung abgebrochen werden müsse.

Kein Abbruch, aber Verschiebungen

Dies war bei den vergangenen zwölf Aufführungen auch nie nötig: Zweimal drohte eine Vorführung ins Wasser zu fallen und wurde deshalb frühzeitig verschoben. Das System mit den Verschiebedaten hat sich bewährt, und beide Vorführungen konnten schliesslich trocken über die Bühne gebracht werden.

Apéro vor Vorstellungsbeginn
19 Bilder
Verena und Lieli Flüglistaller finden die Atmosphäre ganz grossartig
Auch Roger de Weck, Generaldirektor der SRG, schaute sich die Premiere an.
Auf dieser Wiese liegen Kleider - Ausdruck für die Kriegsopfer Auf dieser Wiese liegen Kleider - Ausdruck für die Kriegsopfer
De Franzos im Aargau
Kloster-Kulisse
Der einzelne Soldat wird in die Mangel genommen

Apéro vor Vorstellungsbeginn

Aargauer Zeitung

Ebenfalls zweimal mussten die Zuschauer während einer Vorführung Regenpelerinen anziehen. Diese werden bei kritischen Wetterverhältnissen am Eingang ausgeteilt, denn alle 420 Plätze sind ungedeckt. Der Sommerregen liess Hauptdarsteller Gilles Tschudi, der den Franzosen mimt, in einer Improvisationseinlage zu Höchstform auflaufen. Im Stile seiner Rolle als Schlachtenmaler von Napoleon bat er die Zuschauer in einem Gemisch aus Französisch und Deutsch, sich «imperméable» – also wasserdicht – zu verhüllen.

Gute Kritiken und schwarze Zahlen

«Das Echo der vielen Zuschauer ist positiv», freut sich Maja Wanner. Das zweigeteilte Theater komme gut an. Die Besucher schätzten den Rundgang durch die Klosteranlage zu Beginn. So tauche man in die Atmosphäre der kriegerischen Epoche ein, um in der darauffolgenden Komödie im Innenhof mit den Darstellern mitzufühlen.

Auch die internationale Resonanz ist wohlwollend. So sieht die «Nachtkritik Berlin» das Klosterspiel als ein «Theater, das anhand eines historischen Beispiels die grossen, durchaus aktuellen Fragen der Menschheit anspricht und zugleich so vital und unterhaltsam ist, dass man alles Moralische gleich wieder vergisst.»

Finanziell sollte die Rechnung laut Wanner aufgehen: «Der Vorverkauf ist gut gelaufen», in den verbleibenden sieben Vorstellungen habe es aber noch freie Plätze für Kurzentschlossene.

«De Franzos im Aargau», noch bis am 4. August, jeweils um 20.15 Uhr.

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