Baden-Rütihof
Der Garten lässt Menschen zu Nachbarn werden – nun auch in Rütihof

Der einstige Heks-Garten für Flüchtlingsfrauen wurde am Samstag um acht Parzellen in Rütihof erweitert und ist damit zum interkulturellen Gartenprojekt geworden. Die Familiengärten für Flüchtlingsfrauen wurden vor vier Jahren lanciert.

Tabea Baumgartner
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Der Garten lässt Menschen zu Nachbarn werden.
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Amina und Layola, die Kinder zweier Flüchtlingsfrauen, eröffnen die neuen Parzellen im interkulturellen Garten in Baden-Rütihof
Ayanda (links) und Viviana pflanzen gemeinsam einen Kornelkirschbaum
Die ersten Beerensträucher wurden am Samstag auf das neue Landstück gepflanzt

Der Garten lässt Menschen zu Nachbarn werden.

Tabea Baumgartner

Die Wolken türmen sich über Rütihof auf; eilig schaufelt Ayanda Erde aus dem Boden. «Jetzt müssen wir die Komposterde dazu mischen», sagt Viviana Acquaroni, Freiwillige im Heks-Garten für Flüchtlingsfrauen.

Ayanda kommt aus Simbabwe – sie hebt den jungen Kornelkirschen-Baum sorgfältig aus dem Plastiktopf und setzt ihn in den Boden. Das Werk ist vollbracht: Viviana und Ayanda haben auf einem bisher leeren Feld einen Kirschbaum gepflanzt, der in Zukunft reiche Ernte bringen soll.

Neue Wurzeln schlagen

Wo bisher acht Flüchtlingsfrauen Gemüse, Früchte und Blumen aufzogen, werden in Zukunft auch Menschen aus der Umgebung gärtnern. Der einstige Heks-Garten für Flüchtlingsfrauen wurde am Samstag um acht Parzellen erweitert und ist damit zum interkulturellen Gartenprojekt in Rütihof geworden.

Bei der Eröffnung des ersten interkulturellen Heks-Gartens im Aargau war auch Stadtammann Geri Müller dabei. «In unserem Garten sollen Begegnungen nicht zufällig geschehen. Dass hier gemeinsam gearbeitet und ausgetauscht wird, steht auf der Fahne unseres Gartens», sagt Claudia Rederer, Projektleiterin der Heks-Gärten Aargau Solothurn.

Die Familiengärten für Flüchtlingsfrauen wurden vor vier Jahren lanciert, «damit die Flüchtlingsfamilien hier neue Wurzeln schlagen und einer aufbauenden Tätigkeit nachgehen können», sagte Rederer. Dabei werden sie im biologischen Gartenbau geschult und können sich sprachliches und praktisches Wissen aneignen.

«Ich kenne noch nicht alle Pflanzennamen», sagt Ayanda. «Aber seit ich hier mitarbeite, bin ich schon besser geworden. Vorher waren das alles nur schöne Blumen für mich.»

Kontakte fördern

Mit der Erweiterung dürfte der Kontakt zwischen den asylsuchenden Gärtnerinnen und hiesigen Pflanzerinnen gefördert werden. «Wo junge und ältere Leute oder Einheimische und Migranten gemeinsam einen Garten bebauen, werden Menschen zu Nachbarn», sagt Brigitte Denk, Gartenfachfrau im Heks-Projekt Rütihof.

Noch sind dort neben dem Gemeinschaftszentrum Arche weitere Gartenparzellen an Menschen aus der Umgebung zu vergeben. Weitere Infos bei Brigitte Denk (denk@heks.ch; Tel: 079 938 05 67).

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