Musiläum 1975

Der Gefangenenchor wurde «erstickt»

Kirchenchor Kirchdorf als Gefangenenchor auf der Umzugs-Strecke.

Kirchenchor Kirchdorf als Gefangenenchor auf der Umzugs-Strecke.

Der zum Gefangenenchor mutierte Kirchenchor unter Leitung seines legendären Dirigenten Oswald Merkli (auf dem Foto vorne in der Mitte) war auf der Umzugsroute zwischen zwei Blasorchestern eingekesselt.

Ob grosse oder kleine Badenfahrt – da haben sich doch noch ein paar andere Feste dazwischen gefügt, und zwar im Zehn-Jahres-Rhythmus. Das begann 1965 mit dem «Tunnelfest», ging 1975 weiter mit dem «Musiläum» (Foto) und endete dann mit dem «Bäderfest» 1985. Sie werden oft als Badenfahrten gefeiert. Ob das «Musiläum» auch noch zu den Badenfahrten zähle, fragte Leserin Vreni Wendel aus Nussbaumen. Sie marschierte damals im Kirchenchor von Kirchdorf mit, der aus der Verdi-Oper Nabucco «Va, pensiero» sang, das Lied, das zur italienischen Hymne wurde. Er sang es unter erschwerten Bedingungen: Der zum Gefangenenchor mutierte Kirchenchor unter Leitung seines legendären Dirigenten Oswald Merkli (auf dem Foto vorne in der Mitte) war auf der Umzugsroute zwischen zwei Blasorchestern eingekesselt.

So hiess es damals im Badener Tagblatt: «Leider hatten es die Organisatoren eingerichtet, dass ausgerechnet hinter dem Chor eine Blasmusik eingereiht war. Überdies verbreiteten die Lautsprecher längs der Strecke auch noch ziemlichen Lärm. Schwiegen dann die Lautsprecher einmal, und begann der Chor mit der gepflegten Darbietung, so setzte nach wenigen Takten unweigerlich die folgende Blasmusik zu einem flotten Marsch an und erstickte die Verdi’schen Chorklänge aus dem Siggenthal, was Zuhörer und Sänger gleichermassen verärgerte. Offenbar hatten die Organisatoren ein Einsehen und stellen am darauffolgenden Sonntag die Reihenfolge des Musiläums-Zuges um.»

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