Baden
Der Gewerbepräsident erntet scharfe Kritik vonseiten der IG Dättwil

Mario Delvecchio, Präsident des Vereins IG «Dättwil – wo Baden boomt», hat kein Verständnis für das interne Papier des Handels- und Gewerbeverbands Citycom Baden. Delvecchio erachtet die Veröffentlichung des internes Mails als Vertrauensbruch.

Erna Lang-Jonsdottir
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Mario Delvecchio, Präsident des Vereins IG «Dättwil – wo Baden boomt»

Mario Delvecchio, Präsident des Vereins IG «Dättwil – wo Baden boomt»

AZ

«Wie kann ein Gewerbepräsident enttäuscht sein von den Wählerinnen und Wählern – seinen eigenen Kunden», fragt sich Mario Delvecchio, Präsident des Vereins IG «Dättwil – wo Baden boomt».

Damit spricht Delvecchio den az-Artikel «Gewerbepräsident besorgt über Rot-Grün» von Samstag an, in dem eine interne Mail von Robert Sailer, Präsident des Handels- und Gewerbeverbands Citycom Baden, publik gemacht wurde.

Sailer kritisiert darin das Wahlergebnis sowie die Wähler und schlägt vor, dem neuen rot-grünen Stadtrat Forderungen zu stellen und ihm mit Sanktionen zu drohen, sollten diese nicht erfüllt werden.

Vertrauensbruch gegenüber Sailer?

«Die Aussagen von Robert Sailer in dieser Mail sind schlimm und völlig übereifrig», sagt Delvecchio. Man müsse die Wahl des Souveräns respektieren. Zudem vorverurteile er Geri Müller und Ruth Müri, die ihr Amt noch nicht einmal aufgenommen hätten.

«Ich bin Mitglied der FDP, der Citycom und Gründermitglied der IG Dättwil. Dennoch war ich nicht enttäuscht über das Wahlergebnis, sondern überrascht.»

Dass die interne Mail von Sailer an die Öffentlichkeit gelangt ist, erachtet Delvecchio als Vertrauensbruch gegenüber Sailer. «Klar muss er sich jetzt fragen, ob der Vorstand und andere Empfänger der Mail hinter ihm stehen oder nicht.»

Dann vergleicht Delvecchio die publik gewordene Abmachung mit dem Handschlag zwischen Markus Schneider und Roger Huber. «Dieser war auch nicht für die Öffentlichkeit gedacht, dennoch wurde er publik und meiner Meinung nach beeinflusste dies – entgegen der Meinung anderer – das Wahlergebnis.»

IG Dättwil vertraut Geri Müller

Delvecchio kann nicht verstehen, weshalb sich die Badener Bevölkerung oder das Gewerbe vor dem neuen Stadtrat fürchten sollte. Dieser benötige Zeit, um sich zu beweisen.

Die IG Dättwil werde sie dabei unterstützen. «Wir haben Vertrauen in Geri Müller.» Schliesslich sei es Müller gewesen, der mit seinem Einsatz und seinen Beziehungen als Nationalrat dafür gesorgt habe, dass im Industriequartier Dättwil eine zusätzliche Postannahme-Stelle eröffnet wurde.

«Die Postdirektion konnte uns damals nicht helfen.» Dann habe er Müller mit dem Problem konfrontiert. «Innerhalb von nur vier Monaten beendete Geri Müller siegreich unseren neunjährigen Kampf um eine Postannahme-Stelle in Dättwil.»

Forderungen schon länger Thema

Auch für die von Sailer geäusserten Forderungen an den Stadtrat hat Delvecchio wenig Verständnis: «Die Öffnung der Schiefen Brücke oder mehr und günstigere Parkplätze, Littering und Vandalismus sind seit Jahren Themen im Stadtrat.»

Diese würden sich auch nicht bis zu den Erneuerungswahlen im Herbst lösen lassen. «Dann noch mit Sanktionen drohen wollen, wie etwa das Sponsoring des ‹Liechterwecke› einzustellen, ist unverständlich.»

Delvecchio versichert: «Falls dieser Fall eintritt, werden wir von der IG Dättwil uns dafür einsetzen, dass das ‹Liechterwecke› über die Bühne geht und die Badener Bevölkerung Weihnachtslichter hat.»

Erneut war der Citycom-Präsident Robert Sailer den ganzen Tag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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