Baden
Der Gitarrist konnte einem zeitweilig fast leidtun

Keyboarder und Sänger Eric Lee gastierte mit dem Gitarristen Pete Borel im voll besetzten Musik-Restaurant Prima Vista. Sein Keyboard traktierte Lee auch mit Ellbogen, Fäusten und Füssen.

Peter Thomann
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Wuchtig interpretiert Eric Lee einen groovenden Boogie
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Eric Lee unterhält das Publikum mit der kleinen Viktoria aus dem Publikum
Eric Lee singt eine Ballade zu Alpöhi, Geissenpeter, Klara und Heidi nach dem Roman von Johanna Spyri
Eric Lee in Baden
Eric Lee singend am Keyboard und Gitarrist Pete Borel (hinten)

Wuchtig interpretiert Eric Lee einen groovenden Boogie

Peter Thomann

Was Eric Lee auf der Bühne aufführte, ist an Spontaneität und Emotionalität kaum zu überbieten. Der begleitende Gitarrist Pete Borel konnte einem zeitweilig fast leidtun ob Lees ständig wechselnden Rhythmen und Akkordfolgen. Aber Borel zeigte die dazu nötige Flexibilität und erwies sich als integrierende Stütze bei Lees musikalischen Kapriolen.

Da war zunächst der Shuffle-Rhythmus des Boogie zu geniessen. Dann wechselte Lee zu Blues und Funk. Rock’n’Roll ist die eigentliche Wurzel dieses seit über 30 Jahren von Bühne zu Bühne ziehenden Musikers. Aber auch in der Hip-Hop Szene fühlt sich der Sohn einer Griechin und eines Deutschen bestens zu Hause. Er sei zwar im Zürcher Oberland geboren worden, habe aber einen Teil seiner Kindheit in Kanada verbracht, erklärte Lee.

Mit einer solch internationalen Mischung lässt sich auch sein unkonventionelles Musizieren erklären. Lee spielt fast nur Eigenkompositionen. Diese entstehen ausschliesslich auf der Bühne, indem Lee spontan ein Thema als Text aufgreift und dazu die Harmonisierung ebenso spontan aus dem Keyboard zaubert. So werde ein Stück von Bühne zu Bühne verfeinert, um es letztlich im stillen Kämmerlein niederzuschreiben und anzumelden, so Lee.

Gackerndes Huhn, jaulender Hund

Ein Blues mit dem Refrain «Säge, dass du di einzig bisch für mi» begeisterte ebenso wie der Rap-Song «In Züri wird nur gschäftet». Beide Titel stammen aus Lees neustem Album. Ferner interpretierte er die Euro-Krise auf seine Art: Tausend-Millionen Euro Schulden hätten Spanien und Italien gemeinsam und auch Griechenland sei extrem verschuldet, erklärte er dem Publikum. Stets wieder stimmte er das Kinderlied «Alli mini Äntli» an und variierte dieses auf verschiedenste Arten.

Die Stimmung stieg und stieg. Sein Keyboard spielte Lee nicht nur mit seinen Fingern, sondern «traktierte» es auch mit Ellbogen, Fäusten , Füssen. Ferner ist Lee auf Tierlaute spezialisiert: So gackerte ein Huhn, schrie ein Hahn und jaulte ein Hund von der Bühne herunter. Das Publikum war begeistert und verlangte Zugabe um Zugabe.