Am 21. Februar 2007 fanden Gemeindearbeiter die verkohlte Leiche des Sexclub-Mitinhabers Marco K. (†39) aus Leibstadt AG. Der Schweizer war erschossen und neben einem Grillplatz im Wald verscharrt worden. Der Hauptverdächtige Nicolas V., ein heute 52-jähriger französisch-rumänischer Doppelbürger, ist zwar seit Jahren bekannt und lebt in Frankreich – doch die Behörden dort haben ihm noch immer nicht den Prozess gemacht und ihn vor ein Gericht gestellt.

Fiona Strebel von der Aargauer Oberstaatsanwaltschaft bestätigt dem «Blick»: «Die Gründe, weshalb es in diesem Fall noch zu keiner Verhandlung gekommen ist, sind uns nicht bekannt.»

Befragung im Mai 2016

Noch am 17. Mai 2016 leitete das Bundesamt für Justiz (EJPD) der Staatsanwaltschaft ein Schreiben des französischen Justizministeriums weiter. Darin stand, V. sei am 18. Dezember 2015 ein weiteres Mal befragt worden. Im Juni 2016 solle es zu einer weiteren Befragung kommen. Eine Mitteilung darüber erhielt die Aargauer Staatsanwaltschaft nicht. Strebel: «Wir wissen deshalb nicht, ob eine weitere Befragung mit ihm im Juni 2016 tatsächlich stattgefunden hat.» Unklar bleibt, wieso Frankreich Nicolas V. nicht in Sicherheitshaft setzt. Dieser bestreitet die Tat zwar. Doch 1987 wurde er schon einmal wegen Mordes verurteilt. Und diesmal wird er nebst den Indizien durch zwei Zeuginnen massiv belastet, wie der «Blick» schreibt.

Als die Aargauer Ermittler Nicolas V. auf die Spur kamen, war der ehemalige Geschäftspartner von Marco K. bereits nach Frankreich geflüchtet. 

Weil Frankreich seine Staatsbürger nicht ausliefert, schickten der Badener Untersuchungsrichter Beat Richner und sein Team den französischen Behörden schon im Jahr 2010 ihren übersetzten Untersuchungsbericht, damit diese Anklage erheben könnten. Die Behörden im südfranzösischen Perpignan nahmen Nicolas V. daraufhin zwar fest, doch entliessen ihn später wieder unter Auflagen aus der Haft.