Freienwil
Der helle Spezialbelag auf dem Radweg hält nur neun Jahre

Das Projekt gilt als gescheitert: der Kanton muss den Radweg bereits sanieren. Kostenpunkt: 200 000 Franken.

Stefanie Garcia Lainez
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Mangelhafte Qualität: Der helle Spezialbelag muss ersetzt werden. -RR-

Mangelhafte Qualität: Der helle Spezialbelag muss ersetzt werden. -RR-

Roman Huber

Vor neun Jahren hat der Kanton den Radweg zwischen Freienwil und Hertenstein versuchsweise mit einem Glorit-Belag versehen. Die teurere Zementschicht passe mit ihrem hellen Farbton besser in die Natur als der herkömmliche Schwarzbelag, hiess es damals. Nun ist der Pilotversuch aber gescheitert. «Der Belag entspricht nicht unseren Anforderungen und muss ersetzt werden», räumt Giuliano Sabato vom kantonalen Baudepartement ein. Kostenpunkt: 200 000 Franken.

Das kantonale Radroutennetz hat einen Umfang von 950 Kilometern. Etliche Kilometer führen entlang von Bächen und Flüssen oder durch Wälder. «Wir wollten an diesen Stellen einen Belag, der sich farblich möglichst in die Natur integriert, aber für die Freizeitsportler genauso gut ist wie der herkömmliche Schwarzbelag», erklärt Giuliano Sabato. Der Glorit-Belag schien bestens geeignet zu sein: hell, eben und mit guten Oberflächeneigenschaften. In Deutschland kam er bereits zum Einsatz. Also befestigte der Kanton 2007 die Naturstrasse zwischen Freienwil und dem Hertenstein mit diesem speziellen Belag.

Nach nicht einmal zehn Jahren folgt nun die Ernüchterung: Die Oberfläche riss in kürzester Zeit auf, wurde rau und uneben. Da der Belag porös ist und deshalb schneller feuchter wird als herkömmliche Materialien, gefror der Radweg im Winter schneller. Die Gemeindearbeiter mussten die Strecke deshalb öfters kontrollieren und salzen, um Eisglätte zu verhindern.

Seit gestern wird der Glorit-Belag auf dem Abschnitt zwischen dem Dorfausgang Freienwil und dem Waldrand in Richtung Hertenstein nun ersetzt. Zum Einsatz kommt der gewöhnliche Schwarzbelag, der aber vorgängig künstlich aufgehellt wurde. Die Bauarbeiten dauern rund drei Wochen. Fussgänger können die Strecke weiterhin benützen, Velofahrer müssen absteigen. Für schwerere Gefährte wie Traktoren ist der Abschnitt ganz gesperrt.

Der Abschnitt im Wald wird zu einem späteren Zeitpunkt saniert. Dort soll ebenfalls ein aufgehellter Belag zum Einsatz kommen. Die Teilstrecke zwischen dem Blumenfeld auf dem Hertenstein und dem Waldeingang ersetzte der Kanton bereits in den vergangen mit einem herkömmlichen Schwarzbelag.