Baden
Der «Hope-Container» in Baden war ein Erfolg für alle Beteiligten

Baden Die Stadt und das Hilfswerk Hope ziehen eine positive Bilanz über das Pilotprojekt auf dem Bahnhofplatz

Dean Fuss
Merken
Drucken
Teilen
Der Container auf dem Badener Bahnhofplatz wurde im vergangenen Winter von den Gassenleuten rege genutzt.Archiv/HUG

Der Container auf dem Badener Bahnhofplatz wurde im vergangenen Winter von den Gassenleuten rege genutzt.Archiv/HUG

Die Stadt Baden hat den Container auf dem Badener Bahnhofplatz abgebaut. Während der vergangenen fünf Monate hatte er den Gassenleuten als Zufluchtsort vor der winterlichen Kälte und Nässe gedient. Eine erste Bilanz nach Abschluss des Pilotprojekts zeigt: Es war für alle Beteiligten ein Erfolg.

Verantwortung für Container übernommen

«Der Container ist sehr gut genutzt worden», sagt Stadträtin Daniela Oehrli. Als Vorsteherin des Ressorts Gesundheit und Soziales fiel das Projekt in ihren Zuständigkeitsbereich. «Die Gassenleute haben sich über den vergangenen Winter nicht mehr im Metro Shop aufgehalten, obwohl es im Januar und Februar sehr kalt war.» Die Gassenleute hätten den Einsatz der Stadt zu ihren Gunsten sehr geschätzt und sich darum bemüht, etwas zurückzugeben.

«Sie haben beim Werkhof sogar einen Besen verlangt, damit sie den Container selber sauber halten konnten.» Die Gassenleute hätten den Container in Besitz genommen und Verantwortung übernommen. «Eigenverantwortung übernehmen war ein Teil des Pilotprojektes», zeigt sich Oehrli erfreut.

Gassenleute und Asylsuchende

«Das Projekt war sehr erfreulich», sagt auch Daniela Fleischmann vom Hilfswerk Hope. Sie hat das Projekt mit der Stadt begleitet. «Die Zusammenarbeit mit der Stadt war hervorragend und mit den Leuten von der Gasse entstanden Dinge, die wir nicht für möglich gehalten hätten.» Beispielsweise hätten sich die Gassenleute mit einer Gruppe Asylsuchender arrangiert und diese auch in den Container gelassen.

Und das, obwohl sich die beiden Gruppen im Sommer jeweils voneinander distanzieren würden. Solche Dinge kann und will das Hilfswerk nicht steuern. «Die Gassenleute handeln in Eigenverantwortung», sagt Fleischmann.

Ein Projekt mit Zukunft

«Der Container war eine gute Sache zu einem günstigen Preis», resümiert Stadträtin Oehrli. Inklusive der zehnprozentigen Erhöhung des Arbeitspensums des Gassenarbeiters vom Hope habe das Projekt die Stadt rund 10000 Franken gekostet. «Das ist im Vergleich zu ähnlichen Projekten in anderen Städten nicht viel.»

Übernächste Woche findet eine Sitzung zur Zukunft des Projekts statt. «Es gibt bereits Ideen», so Oehrli. Zur Diskussion stehe beispielsweise ein Elementbau. Dafür sollen die Gassenleute von der Planung bis zum Aufbau einbezogen werden.

Gewisse Änderungen seien im Vergleich zum Pilotprojekt auf jeden Fall nötig, betont Oehrli: «Der verwendete Container war zu klein.» Dadurch, dass er nicht über ein Vordach verfügte, sei jeweils bei regnerischem Wetter Platz im Eingangsbereich verloren gegangen. «Im kommenden Winter soll den Gassenleuten deshalb mehr Platz zur Verfügung stehen.»