Für den amtierenden Schweizer Meister im Superleichtgewicht, den Badener Ando Hakob, verlief sein Einsatz am Samstag in Saint-Louis Frankreich nicht wie erhofft. Was war passiert? Boxer müssen vor jedem Kampf umfassende Dokumente bezüglich ihrer Gesundheit abgeben.

Das Bündel der Dokumente ist dick: Berichte Augen, Blut, Hirn, Nerven und ein umfassender physischer Check müssen vorhanden sein. Der französische Verband verlangt zudem einen HIV- und Hepatitis-Test, welcher maximal 30 Tage alt sein darf.

Doch bei seinem holländischen Gegner Innocent Anyanwu lief diese Frist zwischen Antragsstellung Anfang Februar und dem Kampf Mitte Februar aus.

Im Elsass war dieser Fauxpas nicht aufgefallen. Doch Paris meldete sich mit einem Warnschuss am Mittwochnachmittag, worauf der Bluttest am Donnerstagnachmittag erneuert wurde.

Doch nun hätte der Verbandsarzt des Holländers sein Einverständnis zu den neuen medizinischen Erkenntnissen geben müssen, die medizinischen Daten in der Startbewilligung angepasst und der Segen von Paris eingeholt werden müssen. Doch weil sich die Verantwortlichen des Französischen Boxverbandes am Freitag um 11.30 Uhr ins Wochenende verabschiedeten, war dies nicht mehr möglich.

Nach Showkampf wird es jetzt ernst

So wurde der Kampf abgesagt und stattdessen ein Showkampf gegen den französischen Boxer Mevludin Sulejmani aus Strasbourg angesetzt. Doch dieser Showkampf bildete nur einen Zwischenschritt.

Nun soll ein Aargauer Duell gegen Alfred Kqira folgen, welcher nach drei Profikämpfen ebenfalls unbesiegt ist. Ando Hakob ist zuversichtlich: «Wir starten in den nächsten Tagen die Diskussion über den Austragungsort und ob ich meinen Schweizer-Meister-Titel im Superleichtgewicht aufs Spiel setzte.

Mit ihm als Gegner findet die Blutschlacht sicher nicht vor dem Kampf statt.» Ein Kampf gegen Alfred Kqira wäre ein Highlight für die Schweizer Boxszene und ein Unikum für die Boxsportgeschichte im Aargau. Noch nie haben zwei Aargauer Profiboxer im Aargau um einen Schweizer-Meistertitel gekämpft.(az)