Als im August 1997 in der Badener Halde die «Titanic» am Sinken war, stieg wie Neptun aus dem Wasser eine Band an Bord: «Die AZ-Badenfahrt-Beiz auf dem Schiff war Peter Wanner so teuer zu stehen gekommen, dass kein Geld für Unterhaltung an Bord mehr übrig blieb. Da haben wir zu siebt kurzerhand azTon auf die Beine gestellt», erinnert sich Klavier- und Keyboardspieler Roman Huber.

Die Band zu ihren Anfangszeiten in den 90er-Jahren, mit Huber in der Mitte.

Die Band zu ihren Anfangszeiten in den 90er-Jahren, mit Huber in der Mitte.

Heute Abend gibt er im Badener «Prima Vista» sein Abschiedskonzert: «Manchmal braucht man im Leben einen Schnitt. Das tut zwar weh, ist aber auch befreiend. Ich möchte mehr Zeit für meinen Nebenberuf haben und meine Frau in ihrer Hundeschule unterstützen. Auch will ich der Band ermöglichen, den hohen Altersdurchschnitt zu senken.»

Da schwingt aber schon auch eine Portion Wehmut mit. «Wenn man spürt, dass 1000 oder bei kleineren Konzerten 100 Leute glücklich nach Hause gehen, hat mir das immer sehr viel gegeben. Als ehemaliger Handballer vergleiche ich es mit den Gefühlen, die man als Sieger hat.»

«Mega viel Rock ’n’ Roll»

Nach zehn Tagen war die Badenfahrt «Titanic» endgültig gesunken – nicht aber die Band mit ihr. Im Gegenteil: azTon wurde rasch zum Begriff für coolen Party-Sound; 15 bis 25 Konzerte pro Jahr waren fortan die Norm. Inklusive Groupies? «Wir haben ein sehr durchmischtes Publikum; unser Sound spricht nicht speziell Teenies an. Darum haben wir keine Groupie-Probleme wie Justin Biber. Eher weniger Sex, etwas Drugs in Form von Alkohol, vor allem aber mega viel Rock ’n’ Roll», bekennt Roman Huber lachend.

azTon ist eine Cover-Band. Sie kopiert die grossen Hits von AC/DC über Rolling Stones bis Zucchero. «Unter anderem waren wir an Open Airs in Zermatt, Küblis, Klosters und Mürren engagiert. Unser Rekord war 2006 am Argovia-Fäscht, als wir nach ‹Silbermond› vor rund 30 000 Menschen spielten. Und ganz speziell war die fünftägige Reise in den Kosovo mit zwei Konzerten vor den internationalen Kfor-Truppen.»

Im Verlaufe der Jahre hatte es bei der Band immer mal wieder Musiker-Wechsel gegeben. Als Männer der ersten azTon-Stunde bleiben im Septett nun noch Sänger Marc «Borky» Reinhard, Saxofonist Stefan Künzli und Gitarrist Michael Sokoll übrig.