Ale Erste nutzten die Römer die Badener Thermen, in den folgenden Jahrhunderten wurde das Bäderquartier viele Male umgebaut. Als Blütezeit gilt das 19. Jahrhundert, als die Badener Thermen Gäste aus ganz Europa anlockten.

Nach dem Ersten Weltkrieg setzte der Kurort auf medizinische Angebote und Rehabilitation, zu den Gästen zählten Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse, Komponist Richard Strauss oder der äthiopische Kaiser Haile Selassie.

Zuletzt gab es 1963 einen Thermalbad-Neubau, nach den Plänen des Architekten Otto Glaus. Die letzten 40 Jahre gab es mehrere Neubaupläne, die aber nie realisiert wurden. In den 90er-Jahren wagte Abraham J. Guggenheim, der damalige Präsident der Verenahof AG, einen Anlauf: Er wollte für 60 Millionen Franken einen neuen Bade- und Hotelkomplex bauen.

Die Denkmalpflege wehrte sich aber gegen den geplanten Abbruch des Verenahof-Hotels. Grosse Pläne hatte der israelische Milliardär Mordechai «Motti» Zisser Mitte der 90er-Jahre mit seinem Projekt «Riverfront». Für 150 Millionen Franken plante er den Bau von Badeanlagen, Feinschmecker-Restaurants und Luxus-Hotels; auch ein Spielkasino war vorgesehen.

Wahrzeichen sollte ein Turm mit 20 Stockwerken werden. «Mein Projekt ist für die Stadt die Chance, einige Schritte vorwärts zu machen», sagte Zisser selbstbewusst. Sein Projekt spaltete die Stadt.

Die eine Seite war vom Mut des Financiers fasziniert, die andere fühlte sich von der Wucht des Projekts und des Investors erdrückt. Die Träume Zissers und der Befürworter verflogen, als ihm finanzielle Unregelmässigkeiten nachgesagt wurden. Ausserdem stand der Stadtrat nicht voll hinter «Riverfront», weil die Bauten nicht gut in die Umgebung integriert seien.

Im Oktober 2006 übernahm Benno Zehnder, Investor aus Birmenstorf, die Aktienmehrheit der Verenahof AG. Er lancierte einen Architekturwettbewerb, aus dem vor neun Jahren Mario Botta als Sieger hervorging.

Das Projekt musste danach viele Hürden nehmen, der Eröffnungstermin wurde Jahr für Jahr nach hinten verschoben. Es gab Kritik von der Interessengruppe «Schöner Baden»; die Denkmalpflege und die Stadtbehörden verhinderten die sogenannte Botta-Kuppel auf dem ehemaligen Hotel Verenahof, worauf der Architekt beinahe den Bettel hinschmiss; und auch die Finanzierung stand mehrmals auf der Kippe.

Die Baukosten betragen rund 150 bis 160 Mio. Franken. Rund 100 Mio. Franken werden von einem UBS-Bankenkonsortium als Kredit bereitgestellt, den Rest bezahlen die Verenahof AG, die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach+Baden und Benno Zehnder.