Ist der Buechrai in Würenlos Bauland oder Landwirtschaftsland? Diese Frage entzweit die im Konsortium Buechrai zusammengeschlossenen Grundeigentümer, die Gemeinde und das Verwaltungsgericht einerseits und den Kanton anderseits seit rund einem Vierteljahrhundert.

Jetzt soll der Grosse Rat entscheiden – für Landwirtschaftsland, wie dessen Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung vorschlägt. «Deshalb müssen wir uns jetzt wehren, denn es ist unsere letzte Chance, um das langjährige Verfahren abzuschliessen und den Buechrai zum Baugebiet zu machen», sagt Paul Isler, Präsident des Konsortiums Buechrai. Und Konsortiumsmitglied Moritz Caviezel ergänzt: «Mir haben mehrere Bauern bestätigt, dass sich der Buechrai nicht als Landwirtschaftsland eignet. Mit einem Traktor kann er nicht befahren werden.»

Jahrelanger Rechtsstreit

Der Buechrai ist ein südlich orientierter Hang des «Gmeumeri». Die rund 3,3 Hektaren (ha) sind bergseits von Wald und talseits von der Bahnlinie begrenzt. Schon 1956 war der Buechrai im ersten Zonenplan der Gemeinde als Bauland ausgewiesen. «Vor etwa 25 Jahren hat uns der Gemeinderat empfohlen, ein Konsortium zu bilden, um die Überbauung vorzubereiten», sagt Paul Isler. Damals waren es rund 20 Personen, die das Konsortium bildeten. Inzwischen sind es zahlreiche Erbengemeinschaften, was die Sache nicht vereinfacht. Nebenbei machte die Erschliessung Fortschritte. Koordiniert mit der Erschliessung des Ortsteil Kempfhof erstellte die Gemeinde die Kanalisation und unter der SBB-Linie durch einen Zugang zur Zelglistrasse.

Die Gemeindeversammlung bestätigte den Buechrai 2000 als Bauzone. Der Grosse Rat lehnte dies 2003 ab, weil das Würenloser Baugebiet zu gross sei. Das Verwaltungsgericht hob diesen Beschluss auf und gab das Geschäft zur Neubeurteilung an den Grossen Rat zurück. Ausführlich begründete es, weshalb der Buechrai als Bauland geeignet sei. Und der Kanton hatte neben den Gerichtsgebühren den Konsortiumsmitgliedern auch noch Parteikosten von 45 000 Franken zu bezahlen. So ist der Buechrai kantonal gesehen nie eine rechtskräftige Bauzone geworden, mit einer Ausnahme: Steuern dürfen die Landeigentümer aufgrund des Baulandwertes zahlen. Dies entschied das Steuerrekursgericht 2003.

Die jetzt anstehende Aufnahme in den kantonalen Richtplan als Siedlungsfläche ist kein neues Verfahren, sondern eine Restschuld aus dem Nutzungsplanverfahren aus den Jahren vor 2000. «Diese unerledigte Pendenz muss endlich erledigt werden», fordert Isler. Zumal er sich auf eine Aussage von Regierungsrat Peter C. Beyler berufen kann. Dieser sagte 2005: «Das Baudepartement ist der Meinung, dass einer Einzonung des Gebietes Buechrai im Grundsatz nichts im Wege steht, wenn die Forderungen der Lärmschutzverordnung erfüllt werden können.»

Und dies lässt sich, so das Lärmgutachten des Konsortiums, mit baulichen Massnahmen erreichen. Eine der schlimmsten Lärmquellen, der Schiessstand Bietschäre, wurde inzwischen geschlossen. Die Würenloser schiessen, wie unter anderem die Badener, in der regionalen Schiessanlage Spreitenbach. Ebenso erfülle der Buchrai die Kriterien «Anschluss an den öffentlichen Verkehr», wie das Konsortium betont. Die Distanz zu den Bushaltestellen beträgt rund 300 Meter und der Bahnhof, mit der S6 nach Baden und Zürich ist in
7 bis 10 Minuten zu erreichen.