Baden

Der Mann auf der Suche nach sich selbst

Markus Bundi begeistert mit seinem neuen Roman. Marco Plüss

Markus Bundi begeistert mit seinem neuen Roman. Marco Plüss

Der Neuenhofer Autor Markus Bundi war zu Gast bei «Baden liest». Bundi las in der Buchhalndlung Librium aus seinem aktuellen Roman «Mann ohne Pflichten». Ein Mann, der einmal sein Leben liebt, dann wieder verzweifelt.

Während durch die Fenster die nasskalte Seite des Winters zu sehen war, lauschten in der Buchhandlung Librium die Interessierten gespannt den Worten von Halina Hug, die die Lesung des Neuenhofer Autors Markus Bundi ankündigte. Diese wurde am Donnerstagabend im Rahmen der Reihe «Baden liest» durchgeführt und von Sascha Garzetti moderiert.

Fünf Uhr Morgens – die beste Zeit

Garzetti wollte vom Autor Bundi gleich anfangs wissen, wieso er sich nach einer Erzählung und Novelle an einen Roman heranwagte und wie sich die Arbeitsprozesse abspielten. Darauf entgegnete Markus Bundi: «Ich kann dazu stehen, dass es ein Roman ist, denn auf gut 170 Seiten und in 16 Kapiteln werden die Lebensgewohnheiten eines Mannes beschrieben, der sein Leben hinterfragt und nochmals zurückschaut. Als Titel hätte ich auch «Ankündigungen eines Nachzüglers» gesehen, dieser wurde dann aber verworfen.»

Und zum Arbeitsprozess fügte Bundi an: «Je wacher ich bin, umso mehr springt es mich an. So habe ich Wachheit vor allem am Morgen erfahren. Die Stunden um fünf Uhr morgens sind für mich die Besten», meint der Frühaufsteher.

Zu seinem Arbeitsstil fügte er an, dass er möglichst ohne grosse Unterbrüche arbeiten möchte, da er sich sonst nicht mehr mit der Geschichte verbunden fühle und wieder neu beginnen müsse.

Der Roman handelt von Peter Meander, einem Mittfünfziger, der seine Stelle als Kurator an den Nagel gehängt hat, um endlich herauszufinden, was den Menschen ausmacht. Der eigenen Widersprüchlichkeit immer wieder geschickt aus dem Weg gehend, befällt ihn das Leben plötzlich von mehreren Seiten. Peters Gedanken entzünden sich bei der Betrachtung eines Schaukelpferds, seine Gefühle schlagen Purzelbäume, wenn er einen abgestürzten Papierflieger entdeckt. Seiner eigenen Unzulänglichkeiten wenigstens zeitweise bewusst, versucht der Protagonist, das einzuholen, was nicht einzuholen ist: das Leben. Wie schon in der Erzählung «Die Rezeptionistin» geht es in «Mann ohne Pflichten» um die Suche nach der eigenen Identität. Aber was macht den Menschen wirklich aus? Am Ende hat zumindest Peter eine für ihn selbst zufriedenstellende Antwort gefunden.

Weitere Lesungen: 22. März:
Leta Semadeni liest aus «Tamangur»;

28. April: Klaus Merz liest aus seiner Werkausgabe

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