Mit «Der Weg zum Himmelsgebirge» stützt sich Regisseur Klaus Henner Russius nicht auf ein Theaterstück, sondern auf das Buch einer aussergewöhnlichen Frau: Annemarie Schwarzenbach.

Die 1942 im Alter von 34 Jahren verstorbene Journalistin stiess im Laufe ihres unsteten Lebens auf einen ebenfalls früh Verstorbenen – den Schweizer Extrembergsteiger und Fotografen Lorenz Saladin.

Nur gerade 40 ist dieser geworden, doch er hat ein fotografisches Oeuvre hinterlassen, das in seiner packenden Beschwörung der höchsten Berge der Welt seinesgleichen sucht.

Sie beschönigte nichts

Die Schwarzenbach war davon derart fasziniert, dass sie über den «Mann, der keine Furcht kannte», eine Biografie schrieb. Eine, die mit präzisen, nie beschönigenden Worten Saladins Scheitern am Khan Tengri und den Tod des Fotografen schildert.

Lässt sich ein solches Buch für die Bühne bearbeiten? Emil Zopfi hat eine Theaterfassung verfasst – im Wissen, dass der Stoff keiner Dramatisierung bedarf. Somit ist die szenische Lesung das richtige Mittel.

Entfalten kann sich dieses jedoch nur, wenn Schauspieler die Sprache zur Kunst adeln. So wie in dieser Inszenierung, die ein Regisseur verantwortet, der selbst ein grosser Wortgestalter ist.

Mona Petri (Schwarzenbach) und Gian Rupf (Saladin) nehmen die Worte als Material, das sie mannigfach schattieren. Beide kennen aber auch die Wirkung von Pausen.

Diese spielen primär dann eine Rolle, wenn die Akteure verstummen und nach hinten, auf die Leinwand, blicken, wo Saladins Fotos aus der Gebirgswelt erscheinen.

Dass die Spannung in solchen Momenten nicht absinkt, spricht für Mona Petri und Gian Rupf, die nicht nur wunderbar sprechen, sondern auch wunderbar zuhören können.

ThiK Baden Freitag, 22. März, 20.15 Uhr.