Baden
Der Mann, der seine Frauen berechnet

Pascal Marchev hat seine eigene Kunst. Er berechnet aus 30 verschiedenen Models den Durchschnitt. Der ehemalige Medienkunst-Student hat dazu ein eigenes PC-Programm entwickelt. Bis Ende Oktober stellt er die Fotos in der Galerie Dok in Baden aus.

Florian Zimmermann
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Seine Bilder verbinden Kunst mit Mathematik. Pascal Marchev präsentiert seine erste Ausstellung.

Seine Bilder verbinden Kunst mit Mathematik. Pascal Marchev präsentiert seine erste Ausstellung.

Florian Zimmermann

Wie sieht eine Frau aus, die dem Durchschnitt von 30 Models entspricht? Der Badener Pascal Marchev kennt die Antwort. Mit seiner Ausstellung zum Thema «High Fashion Fine Art» in der Galerie Dok will der 29-jährige Künstler sich von der Menge abheben. Dazu benötigt er rund 30 Bilder von Models, die auf dem Laufsteg stehen.

Mit seinem selbst entwickelten PC-Programm berechnet er den Durchschnitt der Fotos und erhält damit ein neues Model auf seinem eigenen Laufsteg. Das kreierte Model erhält virtuelle Kleider aus Finger- und Ohrringen oder Halsketten. Das Ergebnis lässt Marchev auf Folienpapier drucken.

Mit dieser Technik spielt Marchev seine Stärken aus: «Das Durchschnittsmodel lasse ich durch eine Computerberechnung entstehen. Bei der Kleidung des fiktiven Models lasse ich meine Kreativität walten.» Noch kann der Medienkunst-Studierte vom Verkauf der Bilder allein nicht leben, darum arbeitet er nebenbei als Assistent in einer Galerie in Zürich.

Erste Ausstellung für Marchev

Mit dem Projekt hat Marchev automatisch damit angefangen, sich mit der Mode zu beschäftigen: «Nehme ich den Durchschnitt aller Modetrends einer Saison, so erhalte ich ein Model in einem grauen Kleid», sagt Marchev. Dabei werde für ihn ersichtlich, wie wenig sich die farbigen, frischen Modehäuser New Yorks von den geradlinigen und strengen Häusern Mailands unterscheiden. «Meine ersten Versuche habe ich mit dem Matterhorn gemacht», sagt Marchev.

Ihm sei schnell klar geworden, dass sich Models für die «High Fashion Fine Art» besser eignen. Marchev stellt zum ersten Mal seine Bilder aus. «Für mich ist das ein wichtiger Schritt. Ich bin gespannt, wie die Besucher auf meine Bilder reagieren werden.» Er ist sich aber sicher: «Ich möchte an meinen Projekten weiter arbeiten und bestenfalls von der Kunst leben können.»