Mägenwil
Der Männerchor ist nach einem schweren Jahr wieder erstanden

Der Ural Kosaken Chor und der Mägenwiler Männerchor Frohsinn begeisterten das Publikum. Bewegend war der gemeinsame Vortrag im Gedenken an die im vergangene Jahr verstorbene Dirigentin Christina Teller.

Verena Schmidtke
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Dirigentin Anna Miklashevich bei ihrem Mägenwiler Debüt. vsc

Dirigentin Anna Miklashevich bei ihrem Mägenwiler Debüt. vsc

Hanspeter Baertschi

Nach dem tragischen Tod der Chordirigentin Christina Teller im vergangenen August findet der Männerchor Frohsinn allmählich seine Lebensfreude wieder. Chorpräsident Reinhard Scheuble erzählte: «Wir sind in ein emotionales Loch gefallen. Christina Teller hinterlässt eine grosse Lücke.» Bis zu den Herbstferien begleitete Gisela Leitlein, eigentlich Dirigentin des Frauenchors Lupfig, den Chor. Sie half den 17 Sängern durch die erste schwere Zeit nach dem Verlust. Danach sprang Patrick Lerf für einige Monate ein. Nun freue sich der Chor auf die Zusammenarbeit mit Anna Miklashevich, die am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium studiert habe und überaus qualifiziert sei, berichtete Scheuble.

Nachdem der Männerchor Frohsinn den ersten Teil des Gala Konzertabends am Samstag mit bewegenden Liedern wie «Weit, weit weg» gestaltet hatte, trat der Ural Kosaken Chor auf. Da dieser nicht zum ersten Mal in Mägenwil gastierte, hat er dort bereits einige treue Fans.

Gala Konzertabend Mägenwil mit dem Mägenwiler Männerchor Frohsinn
7 Bilder
Gala Konzertabend Mägenwil Dirigentin Anna Miklashevich präsentiert mit beiden Chören einstudierte Lieder
Der Ural Kosaken Chor mit Akkordeonbegleitung begeistert einmal mehr in Mägenwil
Anna Miklashevich und beide Chöre
Auch Soloeinlagen gehören zum Programm
Chorpräsident Reinhard Scheuble dankt
Anna Miklashevich ist die neue Dirigentin des Männerchores Frohsinn

Gala Konzertabend Mägenwil mit dem Mägenwiler Männerchor Frohsinn

Hanspeter Baertschi

Einst mit Ivan Rebroff

Der 1924 gegründete Ural Kosaken Chor blickt auf eine wechselvolle Geschichte mit Unterbrüchen und Neuanfängen zurück. Zu den bekanntesten Mitgliedern gehörte Ivan Rebroff. Seit 2007 dirigiert Vladimir Kozlovskiy das erfolgreiche Ensemble. Er erzählte, der Chor sei noch bis Anfang Februar in der Schweiz auf Tournee. Dabei stünden drei bis vier Auftritte in der Woche auf dem Plan.

Zunächst sang der Chor vor allem Lieder aus der russisch-orthodoxen Liturgie, wozu auch ein Mönchsgebet aus dem 14. Jahrhundert gehörte. Anschliessend ging es mit russischen Volks- und Kosakenliedern weiter, die unter dem Motto «Schneeverwehtes Russland» standen. Das Stimmenvolumen und die sängerischen Fähigkeiten der sieben Sänger waren beeindruckend. Zudem verstand es der Ural Kosaken Chor, gute Stimmung zu verbreiten und das Publikum mitzureissen. Die Zuschauer sparten nicht mit Beifall und gingen begeistert mit. Das Lied «Kalinka» durfte natürlich nicht fehlen und war als Zugabe zum Ende des Gala-Konzertabends ein fröhlicher Abschluss.

Im Gedenken an Christina Teller

Trotz der traurigen Begleitumstände präsentierten der Mägenwiler Chor und seine russischen Gäste ein bewegendes und beeindruckendes Konzert. Beide Chöre traten zum Schluss gemeinsam unter der Leitung der neuen Dirigentin Anna Miklashevich auf. Die drei Lieder bewegten das Publikum. Sie seien, so Chorpräsident Reinhard Scheuble, zum Andenken an die verstorbene Christina Teller einstudiert worden.