Baden
Der neue Bustunnel verdrängt den Stadtbach

Beim Badener Schulhausplatz laufen die Hauptarbeiten zwölf Meter tief in der Baugrube.

Roman Huber
Merken
Drucken
Teilen
Schulhausplatz Baden
8 Bilder
Die Armierung für den neuen Stadtbachstollen wird montiert
Blick in die Baugrube Richtung Hochbrücke
Der vordere Bereich der künfitgen Fussgängerpassage
Bick auf die mit Ankern gesicherte Baugrubenwand, davor der alte Stadtbachtstollen
Der Anschluss der Kanalisation Cordulaplatz führt hier zum Untergrund des Schulhausplatzes
Auf die Decke beim Baufeld Kiste wird bereits der Unterbelag aufgetragen.
Bauarbeiter montieren die Verschalung, damit der neue Stadtbachstollen betoniert werden kann

Schulhausplatz Baden

Sandra Ardizzone

Den Autofahrer interessiert die Baustelle am Schulhausplatz nur insofern, als er sie möglichst rasch und reibungslos zu passieren hofft. Immerhin ist es aber die derzeit grösste Verkehrsbaustelle im ganzen Kanton und weist ein Investitionsvolumen von 95 Millionen Franken auf. Die hohe Summe lässt auf umfangreiche Arbeiten schliessen, die zudem sehr komplex sind und bestens aufeinander abgestimmt werden müssen.

Die Neugestaltung des Schulhausplatzes ist in mehrere Etappen gegliedert, die Baustelle selber wird in verschiedene Baufelder aufgeteilt. Auf dem Baufeld «Kiste» wurde in den vergangenen Wochen der Deckel über die Fussgängerebene gesetzt. Im selben Zuge brachten die Arbeiter bereits den definitiven Unterbelag ein. Der Deckbelag wird erst zu späterem Zeitpunkt in den Sommermonaten folgen.

Wer beim Vorbeifahren einen kurzen Blick in die imposante Baugrube hinunterwirft, sieht in ein über zwölf Meter tiefes Loch. Die unter dem Bezirksgebäude liegende Wand musste mit gut drei Dutzend Ankern gesichert werden, damit das frühere sogenannte alte Schulhaus, das in den Jahren 1856/57 anstelle des einstigen Kapuzinerkloster neu erbaut worden war, keinen Schaden nimmt.

«Wir sind auf Kurs»

«Diese Massnahmen haben mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant», erklärt Otmar Burchia. Der bei Granella tätige Bereichsleiter ist Bauführer seitens der Unternehmer, einer Arbeitsgemeinschaft bestehend aus der Granella AG und der Strabag AG. Die Projektleitung liegt in den Händen des Kantons bei Marcel Voser. Er ist mit dem Baufortschritt zufrieden. Es gebe Bereiche, wo man zeitlich im Vorsprung liege, aber auch solche, wo man leicht im Rückstand sei. Weil viele der auszuführenden Arbeiten miteinander verzahnt sind, könnte das den Ablauf durcheinanderbringen. Doch das sollte laut Voser gemäss jetzigem Stand nicht eintreten. «Wir sind auf Kurs», fügt er an.

Die interessanten Arbeiten laufen zurzeit in der bis zu zwölf Meter tiefen Baugrube auf dem Baufeld Bezirksgebäude. Während der Strassenverkehr die Route über die künftigen Baufelder Falken und Cordulaplatz rollt, wird unten der alte Stollen, durch den der Stadtbach fliesst, verlegt – auf den Fotos führt er quer durch die Baugrube. Dazu wird ein neuer Stollen betoniert. Das ist darum notwendig, weil an dieser Stelle der Bustunnel im Bereich des früheren Velotunnels durchführen wird. Auch weitere Zuleitungen von Kanalisationen, die Teilgebiete der Innenstadt entsorgen, müssen unter dem Schulhausplatz erneuert werden.

Die Arbeiten im Schlossbergtunnel sind ebenfalls im Gang. Dort werden die Tunneldecke komplett erneuert und an verschiedenen Stellen das Traggewölbe ausgebessert. Der Bau des neuen Bustunnels hat inzwischen begonnen. Bereits haben auch die Arbeiten in der kürzlich geschlossenen Tunnelgarage begonnen. Dort wird die Decke, die unter der Bruggerstrasse hindurch führt, ebenfalls ersetzt.

Insgesamt arbeiten 45 Bauarbeiter auf der Grossbaustelle. Es sei ein interessanter und vielseitiger Auftrag, der nebst genauer Planung auch viel Flexibilität abverlange. «Bis jetzt haben wir auch noch keine nennenswerten Unfälle verzeichnet», sagt Burchia. Die Sicherheitsstandards, das heisst Helmtragepflicht und Leuchtwesten, müssen auch von den zahlreichen Besuchern eingehalten werden. «Wir haben sehr oft Besuche von Bauführerschulen und andern Ausbildungsstätten, aber auch von privaten Organisationen, die sich vor Ort über den Schulhausplatz orientieren lassen», sagt Marcel Voser.