Luftrettungsstreit

Der Rega-Heli benötigte 25 Minuten bis zum Unfallort in Spreitenbach

TCS-Helikopter wäre schneller vor Ort gewesen bei Unfall in Spreitenbach, als Knabe aus dem Auto fiel.

TCS-Helikopter wäre schneller vor Ort gewesen bei Unfall in Spreitenbach, als Knabe aus dem Auto fiel.

Letzte Woche kam in Spreitenbach ein 4-jähriger Knabe ums Leben, weil er aus einem fahrenden Auto fiel und vom folgenden Wagen überfahren wurde. Nun wurde bekannt, dass der Rega-Helikopter 25 Minuten bis zur Unfallstelle brauchte.

Vergangene Woche ereignete sich in Spreitenbach ein tragischer Unfall. Ein vierjähriger Bub fiel in einem Kreisel aus einem Fahrzeug. Er wurde vom nächstfolgenden Auto überfahren und tödlich verletzt (wir berichteten).

Am Donnerstag schreibt die «Weltwoche», dass der an jenem Abend aufgebotene Rega-Helikopter aus dem Elsass (Basel-Mülhausen) angeflogen sei und dafür 25 Minuten gebraucht habe.

Voralarm für TCS-Helikopter

Den Ablauf schildert sie so: Bei der Notfall-Einsatzzentrale 144 in Aarau kam der erste Notruf um 17.56 Uhr an. Darauf wurde eine Ambulanz aus Baden aufgeboten und ein Voralarm an die Alpine Air Ambulance (AAA) geschickt, die den nächstgelegenen Heli betreibt.

Dieser war in Muri stationiert, rund 15 Kilometer Luftlinie von Spreitenbach entfernt. Da der angeforderte Rettungswagen unterwegs war, gab «Aarau» um 18.03 Uhr den Notruf an «Schutz und Rettung Zürich» weiter und meldete, der AAA-Heli sei vorinformiert.

Dies bestätigt Andrea Hopmann, Kommunikationschefin des Kantonsspitals Aarau, wo sich die Einsatz-zentrale des Notrufs 144 befindet. «Zürich» schickte sofort eine Ambulanz aus dem nahen Spital Limmattal und forderte schliesslich die Rega an.

Da Rega 1 in Dübendorf nicht verfügbar war, sei Rega 2 aus Basel-Mülhausen gekommen, der 25 Minuten gebraucht habe.

Rega 1 war schon im Einsatz

Philipp Keller von der Rega-Medienstelle sagt dazu: «Die Rega wurde um 18.18 Uhr alarmiert und war um 18.43 Uhr am Unfallort.»

Warum die Sanitätsnotrufzentrale 144 des Kantons Aargau «zum erwähnten Einsatz nicht den Helikopter des TCS/AAA aufgeboten hat, können wir nicht beurteilen, ebenso wenig warum der Kanton Aargau den Einsatz dem Kanton Zürich übergeben hat».

Die Rega sei von Schutz und Rettung aufgeboten worden und habe «den raschmöglichsten Helikopter aus unserem Einsatzdispositiv zum Einsatz gebracht», hält Mediensprecher Keller fest. Und er sagt: «Die aufbietende Stelle wurde informiert, dass Rega Zürich (Rega 1) bereits im Einsatz steht und deshalb Rega Basel (Rega 2) zum Einsatz kommt».

Dem Bub in Spreitenbach hätte auch nicht mehr geholfen werden können, wenn der Rettungshelikopter rascher vor Ort gewesen wäre. Doch könnte dies den Streit, welche Luftambulanz jeweils angefordert werden soll, neu befeuern. (MKU)

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