Baden
Der Ruf nach einer Stadtbahn wird in Baden immer lauter

Die Bevölkerung wächst und wächst und verursacht Mehrverkehr. Zu den Spitzenzeiten soll er mit Bus, Bahn, Velo und zu Fuss abgewickelt werden. Stadt und Region müssen nun ein System mit grosser Kapazität entwickeln.

Roman Huber
Merken
Drucken
Teilen
Die Busachse Weite Gasse wird in die Tunnelgarage und den Bustunnel verlegt.

Die Busachse Weite Gasse wird in die Tunnelgarage und den Bustunnel verlegt.

Archiv/WAL

Mit dem Wachstum der Bevölkerung in der Region in den vergangenen 15 Jahren und dem zunehmenden Mobilitätsbedürfnis ist auch das Verkehrsaufkommen gestiegen. Allein die Stadt Baden weist für diesen Zeitabschnitt 2000 Einwohner und 5000 Arbeitsplätze mehr aus, wobei das wesentliche Wachstum ab 2005 stattgefunden hat. Und es dauert an.

Es braucht Visionen

Auch Visionen figurieren unter den möglichen Massnahmen des Kommunalen Gesamtplans Verkehr. Will man die Spitzen des Autoverkehrs brechen und sich der steigenden Nutzung anpassen, müssen Stadt und Region auf ein System mit grosser Kapazität setzen. Die Verlängerung der Limmattalbahn ist laut KGV angezeigt, weil das Limmattal als aufstrebender Entwicklungsschwerpunkt gilt. Die Stadtbahn nach Dättwil/Heitersberg (Park and ride) käme der Entwicklung im Südwesten entgegen.

Der KGV

In einer Serie stellt die az Aargauer Zeitung den Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) vor. Mit dem KGV hat die Stadt Baden gegenüber dem Kanton auszuweisen, wie sie den Verkehr mit der bevorstehenden Stadtentwicklung bewältigen will. Velo- und Fussverkehr sollen zusammen mit dem öffentlichen Verkehr prioritär gefördert werden. Erreichbarkeit und Wahrung der Lebensqualität in den Stadtquartieren auch in Spitzenzeiten sind weitere Ziele. (-rr-)

Als prüfenswert wird auch die S-Bahn-Haltestelle im Kappelerhof genannt; per Limmatsteg würde Nussbaumen erschlossen. Ein hochwertiges Verkehrsmittel würde der Entwicklung Impulse verleihen, die Standortgunst im Metropolitanraum verbessern, heisst es im Bericht.

Der KGV stützt sich auf die Ziele des Stadtrates (2011–2014) ab: «Das Mobilitätssystem ist mit der steigenden Nutzungsintensität im Stadtraum und dem regionalen Bevölkerungswachstum abgestimmt.» Das zweite Ziel zeigt, wie: «Der Mehrverkehr zu Spitzenzeiten wird über den öffentlichen Verkehr und den Fuss- und Veloverkehr bewältigt.»

Weiter Optimieren

Das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr erreicht man nur, wenn er gut erreichbar, genügend dicht und zuverlässig (Zuganschlüsse) ist. Ein Augenmerk gilt Wohngebieten, die ausserhalb der kritischen Gehdistanz (300m) zu einer Haltestelle liegen. Das Verkehrsmanagement und die Verkehrsprojekte Baden Zentrum priorisieren den Busverkehr.

Mit dem Schulhausplatz als zentrales Vorhaben wird der Busverkehr vor allem stadtauswärts beschleunigt. Die Massnahmen des Verkehrsmanagements bevorzugen Bus und Postauto stadteinwärts. Verbesserungen sind auf den Achsen Mellingerstrasse, Siggenthal, Surbtal/Brückenkopf Ost notwendig und auch vorgesehen.

Die grosse Verdichtung des Bustaktes erfolgte im Dezember 2010 erfolgreich. Will man weiter optimieren, so müssen gezielt Wohngebiete der Entwicklungsschwerpunkte mit Kursen zu Spitzenzeiten oder neuen Verbindungen (Direktlinien) besser erschlossen werden. Das KGV hält konkrete Massnahmen fest.

Öffentlicher Verkehr: Das ist geplant oder wird geprüft

Die Massnahmen, die den Bus auf dem bestehenden Strassennetz beschleunigen, figurieren im Verkehrsmanagement. Mit der Sanierung des Schulhausplatzes soll die Busachse Weite Gasse in die Tunnelgarage verlegt werden. Auch die Postautos sollen durch den neuen Bustunnel zur Hochbrücke. Die Linie Galgenbuck/Rütihof soll um Direktkurse in den Spitzenzeiten erweitert werden. Den Segelhof will man besser erschliessen. Geplant ist bereits die Tangentiallinie von Dättwil nach Neuenhof. Verdichten will man auch die Linien Bäderquartier sowie Allmend und Zürcherstrasse. Ebenso werden Visionen auf ihre Machbarkeit und Zweckmässigkeit hin geprüft. Dazu gehören die Erweiterung der Stadtbahn Limmattal bis nach Baden, wie sie als Vororientierung im Kantonalen Richtplan steht. Geprüft werden zudem die Stadtbahn von Baden in den Raum Dättwil Heitersberg sowie eine
S-Bahn-Haltestelle Kappelerhof/Obersiggenthal. Grossräumig ist ein zweiter Heitersberg-Bahntunnel geplant (Zwischenorientierung) und ein drittes Gleis auf der Strecke Turgi-Baden (Vororientierung). Konkret ist die Teilergänzung der S19 nach Koblenz. (-rr-)