Baden

Der Spatenstich fürs Trafo 2 ist getan: «Wir geben Vollgas»

Der Spatenstich fürs Trafo 2 ist erfolgt. Die Halle 38 wird abgerissen. An ihrer Stelle wird eine Erweiterung mit Hotelneubau und Eigentumswohnungen realisiert. Der Erweiterungsbau Trafo 2 soll jährlich 140000 Besucher anziehen.

Der feuer- und funkensprühende Bagger, der über den roten Teppich fuhr, war genauso ungewöhnlich wie das Projekt, für das er den Startschuss setzte: Die Trafo-Erweiterung mit Hotelneubau und Eigentumswohnungen.

Rund 45 der geplanten 80 Zimmer, die nach dem Abriss der Halle 38 im Hotelneubau Platz finden, werden von ihren Fenstern eine spektakuläre Aussicht auf die Hallen 36 und 37 haben. Diese baut man zwar aus, sie behalten aber ihren Industriecharakter bei. Und können je nach Bedarf für Messen, Kongresse und andere Veranstaltungen genutzt werden. Bauherren des Riesenunterfangens sind einmal mehr Werner Eglin uns Andreas Kern. Wieso kommen eigentlich praktisch alle grossen Würfe in Baden aus derselben Küche? «Mich reizen Projekte, die schwierig sind», meinte Eglin am Spatenstich-Event. Ist das neue Bauvorhaben denn schwierig? «Ja, die Idee ist komplex. Wir bauen ja nicht auf die grüne Wiese. Es gilt, einen Sondernutzungsplan und Vorschriften der Denkmalpflege einzuhalten. Und da waren auch verschiedene Einsprachen. 2008 wurde gestartet; diesen Montag wirds konkret und wir geben Vollgas!»

Mit offenen Karten spielen

2014 sollen der neungeschossige Bau mit Hotel und Eigentumswohnungen sowie der Umbau der Eventhallen fertig sein. Roberto Scheuer, Geschäftsführer der Trafo Baden Betriebs AG hegte ein wenig Wehmut bei der Verabschiedung der Halle im jetzigen Zustand. «Wir feierten hier 10 Jahre lang die tollsten Anlässe.» Macht sich Baden mit dem Trafo 2 einmal mehr stark gegen Zürich? Scheuer: «Wir konnten uns schon mit dem Trafo 1 national und international behaupten. Viele grosse Firmen kommen zu uns. Sie schätzen die herzliche Atmosphäre und die hervorragende Infrastruktur.» Auch das von Michael Sokoll geleitete Podiumsgespräch wurde genutzt, um sich gegenseitig nochmals auf die Schultern zu klopfen. Stadtammann Stephan Attiger lobte die Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und bezeichnete sie als Musterbeispiel, wie man schnell gemeinsam zum Ziel kommt, «wenn von Anfang an das gegenseitige Vertrauen da ist und mit offenen Karten gespielt wird».

Architekt Roger Biscioni (Graf Biscioni Architekten AG) betonte den Schwierigkeitsgrad, den der Neubau an ihn und seine Kollegen stellt: «Das Raumgefühl muss am Schluss auch aus Gründen des Denkmalschutzes bestehen bleiben. Es darf nicht kaputt gehen, indem man falsche Sachen abreisst. Wichtig ist, dass es eine öffentliche Zone wird, die für jeden Bürger der Stadt zugänglich ist.» Frage an Stephan Attiger: Wie wichtig ist das Trafo 2 für Baden? «Es beheimatet die Industriegeschichte von hier, dann kamen die Zeiten mit Partys in der Halle 36. Jetzt führen wir alt und neu zu einem Kongresszentrum zusammen, das 20 Minuten vom Flughafen Kloten und 3 Minuten vom Badener Bahnhof entfernt ist. Da ist ein Riesenpotenzial vorhanden.»

Feuriger Spatenstich

Heinz Schärer, der seit Anfang Jahr neu der Küche im Trafo Baden vorsteht, verköstigte die Gäste mit zahlreichen Leckerbissen und Häppchen, bevor es zum Höhepunkt kam: dem Spatenstich zum Trafo 2. Für die exklusive Gesellschaft fuhr ein Bagger über den roten Teppich. Pyrotechniker Erich Frey hatte ihn – wie auch einen publikumsfreien Teil der Halle – mit Feuerwerkskörpern bestückt. Aus einem anfänglich mystischen bengalischen Lichterzauber wurde ein lautstarkes bombastisches Spektakel mit Feuerfunken und Glitzerschlangen. So viel Schall und Rauch um einen Spatenstich hatte wohl noch keiner der Anwesenden erlebt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1