Spreitenbach

Der Speisekürbis erobert die Schweizerküche

200 verschiedene Kürbisse zum Essen, Schnitzen und als Dekomaterial waren am Wochenende auf dem Hof der Lienbergers in Spreitenbach zu bestaunen.

«Daraus mache ich ein Perkussionsinstrument» sagt Joachim Schölkopf aus Killwangen und zeigt auf einen grünen Kürbis, der die Form einer runden Vase mit schlankem Hals hat. Sobald er getrocknet sei, schneide er den oberen Teil ab und schabe, sofern nötig, noch den Hohlraum aus. Über den «Kürbisbauch» wird er ein Netz spannen, das mit Kunstperlen bestückt ist - und fertig ist die Rassel. Mit dieser Verarbeitung von Kürbissen ist er am Kürbisfest auf dem Hof der Lienbergers in Spreitenbach die grosse Ausnahme. Viele Besucher schauen vorbei, um sich mit Speisekürbissen einzudecken. Bei gut 180 Sorten keine einfache Wahl. «Wir haben zu jeder Sorte einen Zettel geschrieben, auf dem steht, für welche Zubereitung er sich eignet», sagt Barbara Lienberger.

Auch gut 20 verschiedene Zierkürbisse laden zum Schmökern ein. Doch machen sie im Vergleich zu den Speisekürbissen einen bescheidenen Teil aus. Früher hätten die einheimischen Besucher sie zur Dekoration gekauft, heute würden die Exemplare interessieren, die man zu Suppe, Kuchen, Konfitüre oder Salaten verarbeiten könne, erzählt sie. Sie selber habe dank dem Austausch mit Menschen aus dem Balkan und aus Asien, die eigentliche Experten seien, viel über Kürbisse und deren Zubereitung gelernt.

Von diesem Wissen wurde denn am Kürbisfest auch rege profitiert. Allerdings rechnet Reto Lienberger wegen dem verregneten Samstag nicht mit 2000 Besuchern wie letztes Jahr. Doch er ist zuversichtlich, 80 bis 90 Prozent der Kürbisse bis Ende Saison verkauft zu haben. Bis Saisonschluss können noch alle, die das Fest verpasst haben, sich in der Selbstbedienung eindecken.
Selbstverständlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. 560 Liter Kürbissuppe mit Kürbisbrot sowie Weinwürste mit Sauerkraut und Kartoffeln luden zum Probieren ein. Und wer wollte, konnte seinen Kürbis auch gleich vor Ort schnitzen oder dekorieren. Wovon die Kinder gerne Gebrauch machten.

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