«Unser Hauptproblem ist die Verschuldung», sagte Gemeinderätin Karin Funk. Sie, als Ressortvorsteherin Finanzen, und ihre Gemeinderatskollegen sprachen vor rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörern am Informationsabend zur Gemeindeversammlung. Würenlos hat nicht nur rund 23 Millionen Franken Schulden oder 4000 Franken pro Einwohner, sie ist mit Abstand die am stärksten verschuldete Gemeinde im Bezirk Baden. Sie liegt damit auch einen Viertel über der kantonalen Empfehlung von 3000 Franken.

Das Problem will der Gemeinderat mit höheren Einnahmen und geringeren Ausgaben lösen. Höhere Einnahmen heisst, dass der Steuerfuss um 5 Prozentpunkte auf 109 Prozent erhöht werden soll. Geringere Ausgaben heisst, dass Investitionen geschoben werden und die laufenden Ausgaben unter die Lupe genommen werden. «Unser vordringliches Ziel, wir wollen keine höheren Schulden und die Schulden mittelfristig abbauen», sagte Funk. Jedesmal, wenn wir eine neue Aufgaben übernehmen, müssen wir eine alte abgeben», sagte Gemeindeammann Hans Ulrich Reber.

Lohnerhöhungen halbiert

Im Budget 2014 erwartet die Gemeinde bei einem Umsatz von rund 32,8 Millionen Franken einen Ertragsüberschuss von 1,88 Millionen Franken. Das ergibt, zusammen mit Abschreibungen von 1,05 Millionen Franken, einen Cashflow von 2,9 Millionen Franken. Dieser reicht zur Finanzierung der momentanen Situation.

Sollten die Schulden oder die Zinsen steigen, würde der Betrag nicht mehr genügen, die Schulden würden wieder steigen. Zu den Sparmassnahmen für das kommende Jahr gehört eine Halbierung der Besoldung des Gemeindepersonals auf 0,25 Prozent. Weiter sollen die Beiträge an die kulturellen Institutionen um 20 Prozent und die privaten Sicherheitspatrouillen reduziert werden.

Verzichtbare Investitionen

Eine ganze Reihe von Projekten will der Gemeinderat auf später verschieben. So will er vorerst auf einen Werkhof im Tägerhard verzichten, er hätte rund 3 Millionen Franken gekostet. Der Ausbau der Kantonsstrasse zwischen Kreisel und Barriere soll um etwa 10 Jahre verschoben werden. Insgesamt müssen so rund 2,1 Millionen Franken vorerst nicht ausgegeben werden. Die Erschliessung Gatterächer Ost soll erst ab 2021 realisiert werden, was 3,3 Millionen Franken gekostet hätte. Und auch die Sportplätze im Tägerhard sollen nochmals diskutiert werden.

Gemeindeammann Hans Ulrich Reber liess, ohne konkrete Zahlen zu nennen, durchblicken, dass sie deutlich mehr kosten dürften als bisher angenommen. Zum Schwimmbad Wiemel sagte Gemeinderätin Funk: «Wenn Würenlos das Schwimmbad will, muss Würenlos investieren, es ist am Ende seiner Lebensdauer.» Insgesamt will der Gemeinderat Projekte schieben, die Nettoinvestitionen von rund 12 Millionen Franken entsprechen. Er ist überzeugt, so die Situation zu stabilisieren, um dann mit der Reduktion der Schulden beginnen zu können. Als Ziel visiert der Gemeinderat 12,3 Millionen Schulden an, also 10 Millionen Franken weniger als heute.