Pia und Helga (Claudia Eichler und Doris Schaffner) gewinnen einen Trip ins Tessin. Schon malen sie sich eine Luxusreise in den Süden aus. Doch der erhoffte Ferrari oder Lamborghini entpuppt sich als elektrobetriebene Knutschkugel. Aber mit Flügeltüren dran, kommt doch so etwas wie Sportwagenfeeling auf. So nimmt das Duo mit dem bescheidenen Vehikel vorlieb.

Von vielen PS unter der Haube hätten sie ohnehin nicht viel gehabt. Denn anstatt sportlich den Gotthard rauf zu brettern, heisst es für Pia und Helga einmal mehr: Dauerstau vor dem Tunnel in Richtung Süden. Wie kurzweilig Stau indes sein kann, bewies der TV Niederrohrdorf bei seiner Turnshow unter dem Motto: «Tschau Stau».

Pia und Helga bittet sich so die Gelegenheit, anzuhalten und unterwegs manchen skurrilen Gesellen zu begegnen, wie dauercampenden Holländern in orangenen Polohemden, die man vor dem Verzehr von Grillwürsten warnen muss. Doch die Turner wären keine, würden sich diese anscheinenden Couch-Potatoes nicht als wahre Sportskanonen entpuppen.

In der atemberaubenden Roadshow werden sämtliche Talente sichtbar, welche der TV Niederrohrdorf in seinen Reihen hat: von den kleinen Feuerwehrleuten mit ihren Mamis vom Mutter-Kind-Turnen bis hin zu den Senioren der Männerriege, die als «Stau Oldboys» das Steuer in der Hand halten und auch mit einem Regenschirm-Tanz nicht geizen. Charmant: Die «Markierer» (1. bis 3. Klasse Jugendriege) inszenieren im Schwarzlicht ein Ballett der weissen Handschuhe und beweisen auch im Liegen Taktgefühl.

Wer im Stau steht, über dem kreisen Helikopter, um die Länge der Blechlawine abzuklären. Über den Köpfen der Zuschauer in der Mehrzweckhalle Rüsler schwebt die Jugend des TV Geräteteams. An Ringen hängend verschaffen sich die Akrobaten einen Überblick über die Halle, um dann nach Überschlägen, Schrauben und Salti eine Punktlandung auf der Matte hinzulegen.

Was kann einem noch so alles auf einer Autofahrt begegnen? Nervige Touristen, muskulöse Bauarbeiter und – wenn man falsch parkiert– auch ein Abschleppdienst, der nicht zimperlich ist. Aber nach all den Eskapaden kommen Pia und Helga doch im Süden an, wo sie im Vier-Sterne-Hotel «Parco Paradiso» in Lugano von einem entspannten OK-Präsidenten Christian Hänggi empfangen werden. Und mit einem fulminanten Schlussbild geht eine Turnshow zu Ende, die, weil sie so aufwendig inszeniert ist, erst wieder 2017 erfreuen wird.