Das Bäderquartier macht zurzeit nur bedingt einen einladenden Eindruck. Viele Baustellen, viele baufällige Gebäude und unattraktive Gehwege sind nicht gerade das, was man als Aushängeschild einer Stadt bezeichnen würde. Doch genau das soll es wieder werden. Ein erster Schritt hierzu war letztes Jahr die Ernennung des Stararchitekten Mario Botta für das neue Thermalbad. Ein zweiter erfolgte gestern, als bekannt wurde, dass die Verenahof AG - Besitzerin des Verenahofes und des Thermalbades - einen starken Partner erhält

Die Rede ist von der neuen Stiftung, die sich aus der bisherigen Stiftung Bad Zurzach und der Stiftung Reha-Klinik Freihof zusammensetzt. «Es freut mich ausserordentlich, mit der Stiftung einen verlässlichen und soliden Partner gewonnen zu haben», sagte Benno Zehnder, Präsident der Verenahof AG. Zehnder ist überzeugt, mit der Stiftung im Bäderquartier wieder einen ausgewogenen Mix zu erreichen. «Das wird dem Quartier neues Leben einhauchen.»

Kaufpreis bleibt ein Geheimnis

Zehnders Hoffnungen ruhen dabei auf dem Konzept, wonach im Verenahof ein Gesundheitshotel mit maximal 30 Zimmern und eine Reha-Klinik mit rund 70 Betten untergebracht werden sollen. Letztere ersetzt die heutige Freihof-Klinik. Neue Besitzerin wird die gegründete Stiftung sein, die den Verenahof-Komplex von der Verenahof AG erwirbt. Wie viel Zehnder dafür erhielt, wollte er nicht sagen. Die Stiftung wird auch das neue, von Botta gestaltete Thermalbad betreiben. «Mit den Bädern in Zurzach und Bad Säckingen verfügen wir über viel Erfahrung im Umgang mit solchen Bädern», erläuterte Stefan Güntensberger, Direktor der Stiftung Bad Zurzach.

40 bis 50 Millionen für Umbau

Das Gesundheitshotel und die Klinik - mit integriertem ambulanten Zentrum - werden von der Tochtergesellschaft RehaClinic AG betrieben. «In der Freihof-Klinik hätten der sanitäre Bereich und die Therapieräume saniert werden müssen», sagte RehaClinic-Chefin Judith Meier. Einer solchen Sanierung habe man aber die Zusammenarbeit mit der Verenahof AG im Bäderquartier vorgezogen. «Damit bietet sich die Chance, mit den bereits ansässigen Ärzten in den Bädern noch besser zusammenarbeiten zu können», ist Meier überzeugt.

Das Projekt sieht ein Hotel und eine Klinik unter dem gleichen Dach vor. Dabei sei die Herausforderung, die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Gäste unter einen Hut zu bringen, so Meier. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Hotelgäste ihren eigenen Bereich wünschen, und Patienten ihre Rehabilitation nicht unbedingt mit normalen Gästen durchlaufen möchten.»
40 bis 50 Millionen Franken lässt sich die Stiftung den Bau des neuen Verenahofes kosten. Stiftungsdirektor Güntensberger betonte: «Uns geht es nicht darum, möglichst viel Gewinn abzuschöpfen; wir sind eine gemeinnützige Stiftung.» So seien auch die Betreuung älterer Menschen und die Forschung wichtig.

Bezugstermin Anfang 2013

Hoch erfreut über diese Pläne zeigte sich auch der Badener Stadtammann Stephan Attiger. «Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Bäderquartiers. Wir können uns glücklich schätzen, die Stiftung und auch die RehaClinic in Baden willkommen heissen zu dürfen.» In Sachen zusätzliches Verkehrsaufkommen macht sich Attiger keine grossen Sorgen: «Die Bäder verzeichnen schon in den guten Zeiten rund 200 000 Besucher pro Jahr; zudem kommen viele Besucher ausserhalb der Stosszeiten.»

Die Stiftung und die Verenahof AG werden nun die Planung vorantreiben. «Das Baugesuch soll in der ersten Hälfte 2011 eingereicht werden», sagt Zehnder. Er rechnet mit einer Bauzeit von rund anderthalb Jahren. Auch noch im kommenden Jahr soll das Baugesuch für das Thermalbad der Stadt zugestellt werden.