FC Wohlen
Der verlorene Sohn von Wohlen kehrt an die Stätte seiner Anfänge zurück

Für Servette-Stürmer Goran Karanovic ist das Spiel in Wohlen etwas ganz Besonderes - als Teenager spielte er selbst für die Aargauer.

Ruedi Kuhn
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Harte Konkurrenz

Harte Konkurrenz

Keystone

Goran Karanovic hats nicht leicht. Der Kampf um einen Platz in der Startformation von Servette ist hart. Die Konkurrenz im Sturm ist besonders gross.

Mit Toptorschütze Antonio Marcos De Azevedo (9 Treffer), Eudis (7), Matias Vitkieviez, Julian Esteban, Lassana Camara, Mobulu M'Futi und Kouassi stehen dem früheren Wohler und Luzerner gleich sieben starke Offensivspieler im Weg.

Kommt hinzu, dass der portugiesische Trainer Joao Alves meistens mit einem 4-2-3-1-System spielen lässt, also nur eine Spitze aufstellt.

Karanovic hat viel Selbstvertrauen

So muss sich Karanovic momentan vor allem mit Teileinsätzen begnügen. Dass es dem 23-Jährigen aber nicht an Selbstvertrauen fehlt, hat er am vergangenen Samstag im Cup-Achtelfinal gegen den FC Basel bewiesen.

Weil es nach 120 Minuten 1:1 stand, musste ein Penaltyschiessen entscheiden. Joker Karanovic übernahm Verantwortung und verwertete den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 3:3. Am Schluss reichte es gegen den Meister allerdings nicht fürs Weiterkommen.

Karanovic freut sich riesig auf das Spiel in Wohlen. «Der FCW», sagt er, «ist mein Jugendverein. Hier habe ich meine Karriere lanciert. Es ist schön, frühere Kollegen und Freunde zu treffen. Mit Piu und Massimo Mancino habe ich heute noch Kontakt. Jetzt aber», fügt der junge Mann hinzu, «spiele ich für Servette. Wenn wir im Aufstiegsrennen dabeibleiben wollen, müssen wir gegen Wohlen drei Punkte holen.»

Mit 17 Jahren auf Torejagd

Karanovic ist in Dottikon aufgewachsen und absolvierte dort die Primarschule. In Wohlen besuchte er die Kantonsschule. Im Alter von
17 Jahren setzte er auf die Karte Fussball. Von 2004 bis 2008 spielte er für den FC Wohlen und erzielte in 71 Spielen 16 Tore.

2008 wechselte er zum FC Luzern und ging den gleichen Weg wie seine früheren Teamkollegen Dusan Veskovac, Enrico Schirinzi und Sven König. Bei den Zentralschweizern schaffte der junge Aargauer den Durchbruch allerdings nicht. Jetzt nimmt er beim Spitzenklub der Challenge League einen neuen Anlauf.

Nach einem kurzen Gastspiel bei Kriens absolvierte er im Frühling dieses Jahres mit Servette ein Testspiel gegen den französischen Champions- League-Teilnehmer Olympique Lyon. Die Genfer verloren zwar 1:3, Karanovic aber erzielte das einzige Tor für die Romands. Nach einem längeren Gespräch mit Chefcoach Alves und kurzen Verhandlungen übernahm Servette den trickreichen Stürmer und gab ihm einen gut dotierten Vertrag bis 2012.

Karanovic fühlt sich wohl beim Traditionsverein. Seine Dreizimmerwohnung im Quartier Vernier ist nur zehn Autominuten vom Stade de Genéve in La Praille entfernt. «Genf», sagt Karanovic, «ist eine wunderschöne Stadt. Die Menschen sind locker und freundlich. Ich habe schon als Bub geträumt, einmal bei Servette zu spielen.»

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