Von grauen kahlen Betonwänden umgeben; auf einer Holztribüne, unter der die gelben Parkstreifen zu erkennen sind, verfolgen bald schon neugierige Augen das irre Treiben im Scheinwerferlicht. Die Gruppe «Theater Baden» präsentiert ihren Zuschauern ab September das Stück «Matto regiert» nach dem Buch von Friedrich Glauser.

Aufgeführt wird das Ganze in der untersten Parkebene des Parkhauses Zentrum in Ennetbaden. Etwas ungewohnt und nicht ganz normal ist die Wahl des Aufführungsortes für ein Theater, dafür ist es passend zum Thema des Stücks. 

Dieses spielt in einer Nervenheilanstalt, die alsbald zum Schauplatz eines Mordes wird. «Wir wollten schon immer einmal einen Krimi aufführen», sagt Regisseur Röbi Egloff.

Unüblich ist die sonderbare Lage für eine Theatervorstellung der Gruppe nicht: Die Laiengruppe hat es sich zu Eigen gemacht, ihre Stücke an ausgefallenen Orten aufzuführen.

So wurde das letzte Stück «Biedermann und die Brandstifter» im Ennetbadener Feuerwehrlokal aufgeführt. «Die Umgebung muss zum Stück passen. So wird Theater zum Erlebnis», sagt Egloff.

Parkhaus bleibt offen

Graue Betonwände und eine tief hängende, schwere Decke machen das Bühnenbild steril und etwas düster. Eine eingebaute Holzwand trennt den Aufführungsort vom Rest der Parkebene ab, welche übrigens während den Aufführungen weiter benutzt werden kann. Motorengeräusche und etwas Abgas gehören schliesslich in die Szenerie eines Parkhauses.

Damit auch die Zuschauer der hintersten Reihe einen guten Blick auf das Geschehen haben, hat die Tribüne vier Ränge mit 125 Sitzplätzen. Ein schwerer roter Vorhang hinter der Tribüne sorgt indes für die bestmögliche Akustik auf der Parkhausbühne.

Obschon der Aufführungsort manch einem kurios erscheinen mag, handelt es sich um kein experimentelles Theater: «Es ist unsere Aufgabe eine Geschichte zu erzählen, die man versteht, ohne eine Meinung oder Idee zu verbreiten», sagt Egloff.

Aufführung auf Hochdeutsch

Traditionell und in hochdeutscher Sprache wird das Stück deshalb aufgeführt. Die schweizerdeutsche Färbung des einen oder anderen Schauspielers macht dabei den Charme aus.

Zwar wurde das Stück von Renato Cavoli für die Bühne ins Schweizerdeutsche übersetzt, doch die ursprüngliche Buchversion von Glauser ist hochdeutsch. Unterdessen verinnerlichen die sechzehn Laienschauspieler ihre Texte und gewöhnen sich an die Betonwände des Parkhauses, bis es schliesslich heisst: Bühne frei für das andersartige Theatererlebnis in Ennetbaden.