Wettingen
Der Waldkindergarten erhält eine Chance

Der Einwohnerrat Wettingen beschäftigte sich mit den Kindern, deren Ausbildung und Betreuung. Auf das neue Schuljahr hin werden Tagesstrukturen an der Schule eingeführt. Der Waldkindergarten braucht aber noch seine Zeit.

Dieter Minder
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Im Langäcker entsteht ein Neubau mit Doppelkindergarten und Räume für die Tagesstrukturen. Dieter Minder

Im Langäcker entsteht ein Neubau mit Doppelkindergarten und Räume für die Tagesstrukturen. Dieter Minder

«Der Gemeinderat wird ersucht, die Einführung eines Waldkindergartens auf das Schuljahr 2013/2014 zu prüfen», verlangten Patrick Bürgi und Robin Bauer im November 2011 mit einem Postulat.

Das Schuljahr 2013/2014 beginnt in etwa sechs Wochen, doch, so der Gemeinderat im Rechenschaftsbericht 2012: «Ein eigentlicher Waldkindergarten wird nicht eingerichtet.»

Über dieses Vorgehen zeigte sich Robin Bauer (CVP) an der Einwohnerratssitzung verwundert: «Ich erwarte einen schriftlichen Bericht des Gemeinderates und stelle den Antrag, das Postulat nicht abzuschreiben.»

36 Ratsmitglieder waren derselben Meinung und somit wird es demnächst eine Begründung für den Verzicht auf einen Waldkindergarten geben.

Gut besuchte Mittagstische

Auf das neue Schuljahr hin werden Tagesstrukturen an der Schule eingeführt. «Es gibt viele Gerüchte dazu», sagte Patrick Neuenschwander. Die entsprechende Interpellation war zu Beginn der Ratssitzung dringlich erklärt worden.

Im Auftragsverhältnis wird die Kidéal AG die Tagesstrukturen betreiben. «In der Früh-, Mittags- und Spätnachmittagsbetreuung gibt es noch freie Plätze», teilte Gemeinderätin Yvonne Feri mit.

Dagegen seien die Mittagstische Altenburg und Dorf teilweise überbelegt. «Der Gemeinderat hat beschlossen, den Mittagstisch Altenburg von 20 auf 30 Plätze auszubauen.» Falls dies nicht reiche, müssten ältere Kinder den Mittagstisch in der Villa Fluck aufsuchen.

Aus den Schulkreis Dorf müssten die Kinder in den Schulkreis Margeläcker ausweichen. «So hoffen wir, die Spitzen abdecken zu können», sagte Feri. Ab Oktober soll die Ferienbetreuung aufgenommen werden.

«Sie wird nur angeboten, wenn mindestens neun Kinder pro Tag angemeldet sind.» Kidéal sei bereit, die Betreuung auch bei sechs bis sieben Kindern anzubieten, aber dann müsste die Gemeinde eine Defizitgarantie leisten. «Im kommenden Schuljahr müssen wir Erfahrungen sammeln und wo nötig Anpassungen vornehmen», ergänzte Feri.

Etzelstrasse bleibt Strasse

Keine Chance hatte die Motion von SP/WG, mit der die Schulanlage Altenburg auf die Etzelstrasse und das Klosterfeld hätte ausgedehnt werden sollen. Das Areal gehört der Genossenschaft Lägern Wohnen, die ihre dortige Siedlung durch Neubauten ersetzen will.

Einwohnerrat und Genossenschaftsvorstand Jürg Rüfenacht (CVP) teilte mit, dass die Genossenschaft kein Land abgeben wolle. Gemeindeammann Dieth machte auf die rechtliche Problematik aufmerksam. Mit der Motion würde das Eigentumsrecht beeinträchtigt und die Planung um mindestens fünf Jahre verzögert.