Seit Donnerstag ist bekannt: Neben den Parteikandidaten Jürg Caflisch (SP) und Mario Delvecchio (FDP) steigt auch Erich Obrist als Parteiloser für die Stadtratsersatzwahl in den Ring. Vonseiten der SP und von Kontrahent Caflisch gab es herbe Kritik. Doch hinter den Kulissen mehren sich die Anhänger von Erich Obrist in den verschiedensten Lagern.

Ruhe in die Führung der Stadt

Mit ihrer Unterstützung von Obrist haben sich bereits Personen aus der SP wie der CVP und der FDP exponiert. Besonders pikant ist die Situation für Beatrice Meyer, Obrists Wahlkampfleiterin. «Dass es nun zu persönlichen Enttäuschungen gekommen ist, das ist verständlich», erklärt die ehemalige SP-Fraktionschefin. «Ich bleibe Mitglied der Partei und wünsche mir, dass der Schaden so gering wie möglich bleibt.» Darum stehe sie auch bereits im guten Dialog mit der Parteileitung. Beatrice Meyer konnte ferienhalber der Nominationsversammlung nicht beiwohnen. «Aus meiner Sicht war die Nomination der SP strategisch falsch, denn in der heutigen Situation benötigt es im Stadtrat eine Persönlichkeit, die breit getragen wird», so Meyer. Sie habe Erich Obrist im Einwohnerrat und als Präsident der Finanzkommission so erlebt und unterstütze ihn auch darum.

Während alt CVP-Stadtrat Peter Conrad (senior) in seinem Leserbrief klar für Erich Obrist Stellung nahm, hat nun dessen definitive Kandidatur als Parteiloser zu Diskussionen in den Parteien gesorgt. So auch in der CVP. «Ziel des CVP-Vorstandes ist, dass der Stadtrat wieder bürgerlich bestimmt ist, um wieder Ruhe in die Führung der Stadt zu bringen. Aus meiner Sicht stehen wir mit der Kandidatur von Erich Obrist vor einer neuen Ausgangslage», erklärt CVP-Fraktionschef Peter Conrad (junior). Mit der Kandidatur Obrist als Parteiloser erachtet es Conrad als richtig, wenn man die Parteibasis den Entscheid fällen lassen würde. «Ich habe den Vorschlag bereits gemacht, dass wir zu einer ausserordentlichen Parteiversammlung einberufen.»

Hinter vorgehaltener Hand

Während sich amtierende Parteipersonen der SP, der Grünen und des Teams wie bei CVP und FDP sehr zurückhaltend geben und höchstens hinter vorgehaltener Hand die Vorzüge von Erich Obrist ins Feld führen, bekennen ehemalige Parteikämpfer Flagge. «Ich werde meine Stimme Erich Obrist geben, obwohl ich Mitglied der FDP bin», erklärt Oskar Matter, langjähriger Einwohnerrat in Baden. «Obrist überzeugt mich als integre, fachlich kompetente Person, die in der Lage ist, in den nächsten zwei Jahren im Stadtrat die Funktion von Daniela Berger zu übernehmen.» Die FDP habe es verpasst, einen Kandidaten zu präsentieren, der in zwei Jahren das Amt des Stadtammanns übernehmen könnte, führte Matter an. «Baden braucht eine neue Führung, darum müssen die Weichen jetzt gestellt werden – mit Erich Obrist», so Matter. Obrist habe mit seinem bisherigen Engagement für Baden gezeigt, dass er diese Stadt schätze und offen für Neues sei.

Mit «Täfern»-Wirt Markus Friedli stellt sich auch ein SVP-Mitglied hinter Erich Obrist. Obschon er als Dättwiler den FDP-Kandidaten kenne und schätze, stehe er hinter Obrist. Weil er den politischen Rucksack dazu habe, nicht weil er sein Cousin sei, so Friedli.