Leises Gemurmel erfüllt den Gemeindesaal in Obersiggenthal. Etwas mehr als zwanzig Personen haben sich dort eingefunden, um an der Auktion eines Audis und Aston Martins teilzunehmen.

Augenblicklich verstummt der Saal, als Werner Stuber, Stellvertretender Leiter des Betreibungsamtes Siggental-Ennetbaden, die zwangsrechtliche Versteigerung eröffnet.

Zahlreiche Interessierte

Der Mindestpreis beim Audi liegt bei rund 6000 Franken, das jeweilige Gebot muss immer mindestens 100 Franken über dem letzten liegen, um gültig zu sein.

Fast im Sekundentakt schiessen die kleinen goldenen Täfelchen mit den Nummern der Bieter in die Höhe. «6800 zum Ersten – 7000 zum ... – 7200 zum Ersten», verkündet Stuber und kommt ob den zahlreichen Bietern fast nicht mehr nach.

Erst als die Summe in den fünfstelligen Bereich steigt, muss er nachhaken: «Wie siehts aus, liegt noch etwas mehr drin?» Ein kahler, gut gebauter Mann in der ersten Reihe hat sichtlich Interesse am Auto und ist nach wenigen Minuten mit 11'000 Franken der Meistbietende und somit neuer Besitzer des Audis. Eine Bemerkung am Rande: Bezahlt wird jeweils in bar.

Das Duell

Noch während im Saal geboten wird, kann man durch den Vorhang einige Jugendliche erspähen, die das nächste Stück genauer unter die Lupe nehmen: einen ebenfalls silbernen Aston Martin V8 Vantage mit einem geschätzten Wert von über 50'000 Franken.

Bei der Versteigerung dieses Wagens ändern sich die Regeln: das Gebot muss jeweils 500 Franken über dem letzten liegen – gestartet wird bei 30'000 Franken.

Trotz des nicht zu verachtenden Mindestbetrages wird mit einer Selbstverständlichkeit geboten, sodass der Preis bald schon zehntausend Franken über dem Startpreis liegt. Allen voran sind es zwei Bieter, die sich einen erbitterten Zweikampf liefern und den Betrag in die Höhe treiben.

Es muss beraten werden, bevor das Täfelchen wieder in die Luft gehalten wird, und wieder ist es der Herr aus der ersten Reihe, der sich nicht beirren lässt und den Betrag erhöht. Bei rund 44'000 Franken hat das Kopf-an-Kopf-Rennen ein Ende – und der Gewinner ist, abermals, der Kahle aus Reihe 1.