Stadtammann-Wahl
Deshalb wurde der Badener Kandidaten-Deal publik gemacht

FDP-Präsident Matthias Bernhard rechtfertigt seine Publikmachung des Kandidaten-Deals zwischen Roger Huber und Markus Schneider. Die beiden hatten abgemacht, dass derjenige mit weniger Stimmen auf den 2. Wahlgang gegen Geri Müller verzichtet.

Martin Rupf
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Markus Schneider (CVP) und Roger Huber (FDP)

Markus Schneider (CVP) und Roger Huber (FDP)

AZ

Es sind deutliche Worte, die CVP-Stadtrat Markus Schneider nach dem Verzicht auf den 2. Wahlgang in der Aargauer Zeitung vom Donnerstag verwendet hat: «Ich halte mich an Abmachungen, auch wenn Roger Huber das nicht gemacht hat.» Und: «Ich erwarte von einem Stadtammann, dass er sich an sein Wort hält – auch Roger Huber.»

Schneider gibt mit diesen Worten seinem Ärger Ausdruck, dass der «Deal vom Roten Turm» entgegen der Abmachung publik wurde. Schneider und FDP-Stadtrat Roger Huber hatten abgemacht, das derjenige auf den 2. Wahlgang verzichtet, der im 1. Wahlgang schlechter abgeschnitten hat – sollte Geri Müller nochmals antreten.

FDP-Präsident Matthias Bernhard

FDP-Präsident Matthias Bernhard

AZ

Doch wieso schiesst Schneider gegen Huber? Denn eigentlich war es nicht Huber, sondern FDP-Präsident Matthias Bernhard, der den Deal nur einen Tag nach dem 1. Wahlgang – bevor die CVP und FDP das weitere Vorgehen besprechen konnten – publik machte.

Matthias Bernhard rechtfertigt das Vorgehen: «Als die CVP am Wahl-Abend uns und vor allem unseren Stadtammann-Kandidaten Roger Huber angegriffen hat, war der Deal aus unserer Sicht gebrochen.» Dies umso mehr, so Bernhard, als nicht nur Vertraulichkeit vereinbart, sondern auch abgemacht worden sei, erst offiziell zu kommunizieren, wenn Gespräche zwischen den Parteien stattgefunden hätten.

Arbeit im Stadtrat nicht tangiert

Die beiden Stadträte Roger Huber und Markus Schneider wollten sich zu dieser Sache nicht mehr äussern. Insbesondere bleibt die Frage unbeantwortet, was die CVP mit ihrem angriffigen Communiqué bezweckte, zumal Schneider von diesem wusste.

Dass die Arbeit im Stadtrat durch diese Geschichte negativ beeinflusst wird, glaubt Schneider nicht. «Ich bin optimistisch, dass wir weiter im Dienst und Interesse der Stadt Baden zusammenarbeiten können und werde als Teil der Exekutive aktiv dazu beitragen.» Es wäre völlig falsch, die Querelen aus dem Wahlkampf in die tägliche politische Arbeit hineinzutragen. Dem pflichtet auch Roger Huber bei: «Ich kenne Markus Schneider schon lange und wir haben immer gut zusammengearbeitet – so auch während des jetzigen Wahlkampfes.» Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern.

Auch zwischen den beiden Ortsparteien CVP und FDP scheint sich nach den intensiven Wahlwochen langsam wieder Normalität einzustellen. Bernhard: «Wir gehen jetzt wieder aufeinander zu und werden bestimmt bald schon wieder gemeinsam ein Bier trinken.»

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