Siggenthal Station
Dichtestress hinter dem Traktor: bei der Feldarbeit wird «Social Distancing» schwierig

Bei Landwirtschaftsarbeiten lässt sich Social Distancing nicht immer einhalten. Das zeigt ein Leserbild aus Siggenthal Station. Dennoch würden die Angestellten bestmöglich geschützt, so der Gemüsebauer.

Martin Rupf
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Auf einem Feld bei Siggenthal Station standen die Arbeiter nahe beieinander.

Auf einem Feld bei Siggenthal Station standen die Arbeiter nahe beieinander.

zvg

Sieht man in der Öffentlichkeit eine grössere Menschenansammlung, zuckt man in Zeiten von Corona schnell einmal zusammen. So auch eine AZ-Leserin, die kürzlich auf einem Feld bei Siggenthal Station Feldarbeiter bei ihrer Arbeit sah – und fotografierte. Sie schickte die Fotos der Redaktion, weil sie sich darüber empörte, dass die Arbeiter ihre Arbeiten derart nahe beieinander auszuführen hatten.

Heiner Gysi, Geschäftsführer des Gemüseanbauers Max Schwarz AG in Villigen, hat zwar ein gewisses Verständnis, dass der Anblick der Feldarbeiter in Zeiten von Corona im ersten Moment irritieren kann. «Aber bei Arbeiten in der Landwirtschaft ist es – wie etwa auch auf dem Bau oder in der Umzugsbrache – unmöglich, die 2-Meter-Regel immer und hundertprozentig einzuhalten.»

Gleichwohl setze man alles Mögliche daran, die Angestellten zu schützen. «So versuchen wir, in unseren Autos nicht mehr als vier Personen zu transportieren», sagt Gysi. Und in den Hallen, wo das Gemüse verarbeitet werde, habe man die Arbeitsplätze so angeordnet, dass immer genügend Abstand vorhanden sei. «Zudem haben wir Plastikfolien und Plexiglasscheiben angebracht, um unsere Mitarbeiter noch besser zu schützen», sagt Gysi. Für ihn sei klar, dass die Massnahmen von allen umgesetzt werden müssen. «Womit ich aber Mühe habe: Wenn einzelne Firmen oder Branchen denunziert werden, wo das ständige Abstandhalten schlicht nicht möglich ist.»