Wie fleissige Bienen schwirren die Junggastronomen am Kochwettbewerb Gusto 15 durch die Küche. Dennoch: Von aufgeregter Hektik ist nichts zu spüren. Die neun Finalisten werden während des dreistündigen Wettkochens von einer Jury bewertet: Hygienevorschriften oder Handwerkliches wie etwa das «Mise en place» werden der Jury mit strengen Augen beurteilt.

Akribisch genau notieren die Fachleute jeden Handgriff der Köche während der Zubereitung. «Stärker gewichtet wird aber der Bericht der siebenköpfigen Degustationsjury», sagt Christine Strahm, Leiterin Medienarbeit bei Transgourmet Schweiz AG, die den Wettbewerb mit dem Schweizer Kochverband im Berufsbildungszentrum Baden organisiert hat.

Nicht nur Top-Gastro-Adressen

Insgesamt haben sich 100 Lehrlinge zum diesjährigen Thema «Inspiration aus Wiesen, Garten und Gewässer» beworben. Dazu haben die Lehrlinge aus allen Landesteilen der Schweiz einen Menu-Vorschlag eingereicht. Eine Jury hat die anonymisierten Dossiers gesichtet und sich auf neun Lehrlinge geeinigt. Die vorgeschlagenen Gerichte der Finalisten müssen den Vergleich mit einem Gourmet-Restaurant nicht scheuen: Kaninchenfilet paniert mit Sesam und Granny Smith Apfel oder Lachs mit Kartoffelpüree, Cipolotti und Sauerampfer.

Gleich zwei junge Talente aus dem Aargau haben es ins Finale geschafft: Michaela Frank und Yannic Aebersold. Beide Jungköche absolvieren ihre Ausbildungen in Betriebsrestaurants – der «Oase» im Paul-Scherrer-Institut und im Betriebsrestaurant der Reha-Klinik Schinznach.

Schwitzen für den Koch-Preis: Michaela Frank und Yannic Aebersold am «Gusto»-Finale in Baden.

Schwitzen für den Koch-Preis: Michaela Frank und Yannic Aebersold am «Gusto»-Finale in Baden.

Gerade diese Lehrlingsbetriebe beweisen: Es muss nicht ein Gault-Millau-Tempel sein, wenn es um hohe Kochkunst geht. Dennoch sind auch wohlklingende Namen dabei wie etwa das Waldhaus in Flims oder das Grand Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken. «Die Lehrlinge müssen aber von ihrem Betrieb unterstützt werden, weil die Vorbereitungsarbeiten für den Kochwettbewerb aufwendig sind», erklärt Strahm.

Erster Preis: zwei Wochen Dubai

Den ersten drei Platzierten winken attraktive Ferienpreise: zum Beispiel zwei Wochen Dubai oder Madrid. «Dies sind aber nicht nur Ferienreisen, sondern beinhalten natürlich auch berufliche Aspekte wie beispielsweise den Besuch bei Starköchen.» Für Christine Strahm ist die Auszeichnung selbst viel wichtiger: «Ein solcher Preis oder nur schon die Finalteilnahme eröffnen den Jungköchen gute Karrierechancen.»

Wie Michaela Frank und Yannic Aebersold im Kochfinale abgeschnitten haben, geben die Verantwortlichen von Gusto 15 heute Abend bekannt. Gegenüber der az haben die zwei Aargauer nach dem Wettbewerb gesagt, dass es vor allem eine gute Erfahrung gewesen sei. «Ich war überrascht, dass ich während des Wettbewerbs ruhig geblieben bin. Vorher war die Nervosität unerträglich», sagt Yannic Aebersold und Michaela Frank fügt hinzu: «Der Zeitdruck war enorm, aber genau dies motivierte mich am meisten.»