Baden
Die Akkus laden in der Energiestadt Baden

Die «World Advanced Vehicle Expedition» (WAVE ) ist die grösste Elektro-Rallye der Welt und hat in Baden Halt gemacht. Einige dieser Elektromobile waren auf dem BBC-Platz zu bestaunen, wo sie ihre Akkus mit erneuerbarem Strom aufluden.

Thomas Bucher
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Baden Elektro-Rallye
8 Bilder
Sieht aus wie ein normaler Sportwagen - ein flitziges Elektromobil im Ziel in Baden
Rallye-Teilnehmer aus Deutschland mit einem norwegischen Think City
Käme er aus dem Westen, wär's wohl ein VW - Ein Trabi, Marke Eigenbau, aus Ostdeutschland, Jahrgang 1967
Nahaufnahme_zero_emission
Hingucker wie diesen gab es viele an der Elektro-Rallye
Dieses Elektromobil aus Österreich, Marke Tesla, gewann letztes Jahr die Rallye
Bekannt für den niedrigen Stromverbrauch - Andrej und Jasna Pecjak zeigen's vor , wie man die Batterie lädt

Baden Elektro-Rallye

Limmattaler Zeitung

Aus Slowenien, England oder Spanien waren sie angereist, um ihre mit Strom betriebenen Gefährte durch Mitteleuropa spazieren zu fahren. Die dritte «World Advanced Vehicle Expedition» (WAVE) führte über 300 Elektromobile in neun Tagen von Wien nach Zürich. Bevor die Rallye beim Züri-Fäscht in ihre letzte Runde ging, machte sie in Baden auf dem BBC-Platz Etappenhalt.

Die Elektromobile dienen nicht etwa dem Freizeitvergnügen. «In meinem Land steigen viele im Winter vom Fahrrad aufs Elektro-Auto um», sagte ein Fahrer aus Norwegen. Zudem sei Strom überall erhältlich und eine günstige Alternative zu Benzin, da der Verkehrsteilnehmer keine Strassengebühr entrichten müsse.

Auch die Fahrerin des tiefer gelegten, orangefarbenen Sportwagens nutzt ihr Gefährt im Alltag: Sie fahre damit zur Arbeit und zum Einkaufen, sagte die Österreicherin, die 2012 mit ihrem «Tesla» die Rallye gewann. Die Fahrerin sagte mit Humor: «Wir werden manchmal belächelt: Mein Mann ist um die vierzig und fährt ein solches Auto. Das klingt doch nach Midlife-Crisis.»

Der Trabant bleibt zwar für viele ein Symbol der DDR. Doch dass ein Trabant mit Jahrgang 1967 fit für die Zukunft ist, zeigte ein Student aus Dresden. Er arbeitet nebenher für eine Firma, die Autos umrüstet. «Käme ich aus dem Westen Deutschlands, wäre ich wohl mit einem VW hier», scherzte der junge Mann, und ergänzte: «Der Trabi hat den Vorteil, dass er sehr leicht ist.»

Der Gründer der Elektro-Rallye, Louis Palmer, sagte auf der Aussentreppe des Trafo-Gebäudes: «Die ganze Gesellschaft ist gefordert, um nachhaltige Lösungen zu finden.» Die vierte «WAVE» werde 2014 vermutlich von Bayern nach Genf führen.