Unter grossem Applaus betrat der Pianist, Komponist und Sänger die Bühne und legte los auf seinem Elektropiano. Seine langen, grauen Strähnen flogen herum und seine Finger tanzten virtuos auf der Tastatur. Sukzessiv griffen seine Begleitmusiker ins Geschehen ein und vervollständigten den Sound. Es ertönte der Song «Chasch mers Gloube» aus Ammans letztem Album «Solitaire». Der Titel begeisterte und viele Besucherinnen und Besucher sangen mit und klatschten den Takt.

Sogleich verbreitete sich eine gehobene Stimmung bei dem vorwiegend jungen Publikum. Es folgten weitere Titel aus seinem «Solitaire»-Album. Amman nannte es «Millenniums-Album» hatte er es doch im Jahre 2000 veröffentlicht. Hervorragend präsentierte sich die Begleit-Band: Mägi Koch ist virtuoser Gitarrist und agiert als zweiter Sänger. Andy Maurer, ein eher ruhiger, aber nicht weniger brillanter Gitarrist, begleitete und solierte abwechslungsweise mit Maurer.

Alkohol – die schlimme Droge

Schlagzeuger Timo Wüthrich war hinter einer Plexiglas-Wand versteckt, um die Schall-Grenzwerte in dem relativ kleinen Lokal einzuhalten. Zusammen mit dem originalen Rumpelstilz-Bassisten Sam Jungen, setzte er gekonnt die rhythmischen Akzente. Hanery witzelte von der Bühne und klopfte seine Sprüche wie eh und je. So mokierte er sich zum Beispiel über den Staat, der die schlimme Droge Alkohol erlaubt und noch kräftig dabei verdient.

Im zweiten Konzertteil waren die einstigen Megahits aus der Rumpelstilz-Zeit angesagt, mit denen Hanery einst zusammen mit Polo Hofer grosse Erfolge gefeiert hatte. Er animierte das Publikum, mitzusingen. «Senge isch gsond wiene more, me cha ou fausch singe, das macht nüüt!», erklärte er in seinem sympathischen Berndeutsch. Dies nahmen sich die Leute zu Herzen und sangen lautstark den Refrain im Song «Die gfallene Ängel». Dabei griff Hanery auch zur Mundharmonika und brachte eine weitere Klangnote in die Darbietung.

Von Krankheit gezeichnet

Weitere Erfolgstitel folgten mit «Uf däm länge Wäg», Teddibär» und «D’Rosmarie und i». Höhepunkt des Konzerts bildete der offiziell grösste Schweizer Hit «Alperose». Das Publikum trötete euphorisch die Zwischenrufe «tärätätärä» im Refrain und zudem liess ein Gitarrensolo von Mägi Koch aufhorchen. Offensichtlich etwas ermüdet und von seiner Krankheit gezeichnet, liess es sich aber der 62-Jährige Hanery nicht nehmen, den Abend bei Kerzenlicht mit seiner obligaten Zugabe «Stets i Truure» abzurunden.