Fislisbach

Die altersschwachen Asyl-Container bleiben vorerst bestehen

Die Unterkunft für Asylsuchende bei der Guggerwiese in Fislisbach steht seit Ende der 1980er-Jahre.

Die Unterkunft für Asylsuchende bei der Guggerwiese in Fislisbach steht seit Ende der 1980er-Jahre.

Mit dem Ersatz der fast 30-jährigen, maroden Unterkunft wartet der Gemeinderat zu, denn den Bewohnern geht es nicht zwingend um die Modernität des Gebäudes.

Seit bald 30 Jahren sind in der Container-Siedlung bei der Guggerwiese in Fislisbach Asylsuchende untergebracht. Obwohl die Einheiten robust gebaut sind, zeigen sich heute Alterserscheinungen. So sind beispielsweise Fenster und Dach schlecht isoliert, die Küchen veraltet und die Böden an einigen Stellen weggebrochen. Auch die Heizung und Wärmedämmung entsprechen nicht mehr den aktuellen Standards.

«Der Zustand der Container ist nicht mehr ideal», gab Antonino Colacino, Vizeammann und Vorsteher des Ressorts Soziales, im März bei einem Augenschein vor Ort gegenüber dem «Badener Tagblatt» zu. Fislisbachs Bauverwalter Robert Hegglin erwähnte zudem, dass die Container aus energetischer Sicht «bedenklich» seien. Man werde die Situation jedoch abklären und Offerten einholen. Danach werde der Gemeinderat entscheiden, ob die Einheiten saniert oder durch eine neue, den heutigen Massstäben entsprechende Unterkunft ersetzt werden.

Die Exekutive hat mittlerweile die Situation geprüft. Nun steht fest: Die Container-Siedlung bleibt vorerst bestehen. «Stand heute drängt sich ein sofortiger Ersatz nicht auf», sagt Colacino auf Anfrage. Man habe in der Zwischenzeit die notwendigsten Unterhaltsarbeiten gemacht und kleinere Reparaturen realisiert. «Derzeit besteht kein weiterer Handlungsbedarf. Wir behalten die Situation der Unterbringung der Asylsuchenden aber im Auge», sagt der Vizeammann.

Privatsphäre steht an erster Stelle

Über den Zustand der Container habe sich bisher niemand negativ geäussert, sagt Colacino. Auch bei Kerstin Bornemann hat sich kein Bewohner der Container-Siedlung beschwert: Die Mitarbeiterin des kantonalen Sozialdienstes besucht und betreut die Asylsuchenden in Fislisbach mehrmals pro Woche. Den Menschen gehe es nicht darum, ob ein Gebäude neu oder alt sei, sondern ob sie Privatsphäre haben, gab Bornemann beim Augenschein im Frühjahr zu Protokoll: «Die Asylsuchenden sind einfach nur froh, dass sie ein Dach über dem Kopf haben.»

Als Übergangslösung gedacht

1989 wurden die ersten Container bei der Guggerwiese aufgebaut, 1991 kamen die restlichen hinzu. Die Unterkunft war ursprünglich als Übergangslösung gedacht. Doch weil sich die Asyl-Situation in den Jahren kontinuierlich verschärfte, werden die Container bis heute genutzt. Aktuell wohnen 18 Asylsuchende in der Unterkunft. Jede Einheit verfügt über zwei Zimmer mit bis zu drei Einzelbetten, eine Nasszelle sowie einen Wohnbereich mit Küche. Fünf weitere Personen sind in einer gemeindeeigenen Liegenschaft untergebracht. Damit übertrifft die Gemeinde den vom Kanton vorgegebenen Soll-Bestand von 22 Asylsuchenden. «Aufgrund der Flüchtlingsströme ist nicht mit einer Abnahme der aufzunehmenden Asylsuchenden zu rechnen», sagt Vizeammann Antonino Colacino und fügt an: «Deshalb sucht die Gemeinde weiterhin Wohn- oder Unterbringungsmöglichkeiten.»

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