Wettingen
Die «arwola» ist mehr als ein Schaufenster

Die Stiftung für Behinderte (Arbeiten und Wohnen, Arwo) hat einen Laden eröffnet. Darin gibts Produkte, die vor allem in den Abteilungen Werken, Hauswirtschaft und Gastronomie aber auch in der Schreinerei und dem Siebdruck hergestellt werden.

Melanie Borter
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Herr Isch, Sie sind Vorsitzender der Geschäftsleitung der Stiftung für Behinderte (Arwo). Neu betreibt die Arwo an der St.-Bernhard-Strasse 2 den Laden «arwola». Welche Produkte verkaufen Sie da?Alfred Isch: Es sind Produkte, die vor allem in den Abteilungen Werken, Hauswirtschaft und Gastronomie aber auch in der Schreinerei und dem Siebdruck hergestellt werden. Es sind Mitbringsel, Gebrauchsgegenstände, Dekor-, und Geschenk-Artikel. Natürlich alles Gegenstände, die bei uns oder in anderen Behindertenwerkstätten hergestellt werden.

Vor der Ladeneröffnung konnte man die Produkte der Arwo nur am Adventsmarkt in Baden kaufen?
Der Adventsmarkt war mit Sicherheit unser grösster Absatzmarkt bisher. Wir hatten auch einen kleinen Verkaufsladen in unserer Werkstatt an der Kirchstrasse in Wettingen, der war aber vor allem Insidern bekannt.

Der Laden arwola dürfte, dank seiner zentralen Lage gleich oberhalb der Centerpassage, mehr Laufkundschaft anziehen...
Ja, das hoffen wir natürlich. Wir hielten schon lange nach einer geeigneten Verkaufslokalität Ausschau und waren sehr glücklich, als wir die Möglichkeit bekamen dieses Lokal im Raiffeisenbank-Gebäude zu mieten. Der Standort ist für uns optimal, weil er zentral gelegen ist und auch in der Nähe der für unsere Klienten wichtigen Infrastruktur. Das ist deshalb so wichtig, weil «arwola» nicht nur ein Laden, sondern auch gleichzeitig ein Atelier ist.

Weshalb war es Ihnen wichtig, dass die Klienten auch da arbeiten, wo die Kundinnen und Kunden einkaufen?
Das Hauptziel von «arwola» ist die Integration. Wir wollen unsere Klienten nicht zur Schau stellen, aber wir wollen sie auch nicht verstecken. So haben die Kundinnen und Kunden einen direkten Bezug zu den Dingen, die sie bei uns kaufen. Denn im «arwola» kauft man ja nicht nur schöne und praktische Gegenstände, sondern man tut auch noch Gutes.

Waren denn die Klienten von Anfang an bereit, im «arwola» zu arbeiten?
Ja, mit diesem Projekt rannten wir sowohl bei den Klienten als auch bei deren Angehörigen offene Türen ein. Zurzeit befinden wir uns noch in der Probephase, viele Klienten erhalten die Möglichkeit im «arwola» zu arbeiten, mit der Zeit wird sich wohl eine Crew von etwa 10 Personen herauskristallisieren. Das ist jeweils ein Abtasten, wer wirklich möchte und wer nicht. Das Wichtigste ist, dass sich die Klienten an diesem neuen Ort wohl fühlen.

Was bedeutet den Menschen mit einer Behinderung denn die integration in den Arbeitsprozess?
Die Arbeit ist ganz wichtig. Das zeigt sich schon daran, dass ohne Arbeit, der Betreuungsaufwand viel grösser ist. Menschen mit einer Behinderung brauchen genau so eine Tagesstruktur wie Sie und ich.

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