Baden

«Die Atmosphäre löst bei mir Heimatgefühle aus»: Al Pride kommt gut an

Die Badener Band taufte im Kulturlokal Royal ihr neues Album «Sweet Roller» – wegen Corona zum zweiten Mal. Das Konzert war ein Erfolg. Es wurde getanzt, Jubelschreie gerufen und tosend applaudiert.

Bier spielt bei der Badener Band Al Pride eine wesentliche Rolle. Nicht zuletzt, weil ihr Bandraum im Oederlin-Areal in Obersiggenthal nur 14 Meter von einer Braufabrik entfernt liegt. Aus diesem Grund – und weil das Potenzial für einen höheren Bierkonsum bei einer achtköpfigen Band eine logische Konsequenz sei – kreierte die Band in Zusammenarbeit mit der Mikrobrauerei ihr eigenes Bier: «Unser Album ‹Sweet Roller› gibt es somit auch als dunkelpinkes Witbier, versetzt mit Fricktaler Chriesi und Lavendel», sagt Leadsänger und Gitarrist Nico Schulthess.

Am Sonntagabend feierte er mit seiner Band im Badener Kulturlokal Royal Plattentaufe für ihr im August veröffentlichtes neues Album – zum zweiten Mal sozusagen. Bereits am 11. September hatten sie im Royal die neue Platte getauft.

Neue Songs kamen gut an

Da die Anfrage aber hoch war und die Besucherzahl auf 100 Personen beschränkt, durfte die Badener Band gleich noch einmal ihre neuen Songs vor Heimpublikum spielen. Das Resultat: «Das Konzert war sehr intensiv und für uns herausragend gut. Wir hatten aufgrund der aktuellen ­Situation und den Schutzmassnahmen keine Erwartungen und wurden enorm positiv überrascht», sagte Schulthess nach dem Konzert. Die neuen Songs kamen beim Publikum sichtlich gut an: Es wurde getanzt, Jubelschreie gerufen und tosend applaudiert.

Konzerte mit Risiken und Mehraufwand verbunden

Gefreut über den Auftritt haben sich auch Konzertbesucherinnen und -besucher. «Während die Band spielte, fühlte ich mich ganz im Moment – das schafft Al Pride immer und immer wieder. Egal, ob ich ihre Musik im Auto oder an einem Konzert höre, sie holen mich ab und lösen Gefühle bei mir aus», meint der 24-jährige Nicola Graf aus Nussbaumen. Und: Das sei es letzten Endes, was Musik mit dem Hörer machen sollte.

Auch seine Kollegin, Sophie Keil, war vom 90-minütigen Konzert bewegt. Ausserdem fühle sie sich wie zu Hause: «Die familiäre Atmosphäre in Kombination mit der Badener Band löst bei mir Heimatgefühle aus», sagt die 24-Jährige aus Brugg. Und ihr wurde bewusst, wie sehr ihr Konzerte während des Lockdowns gefehlt haben.

Besuch von Konzerten ist keine Selbstverständlichkeit

Wieder live vor Publikum zu spielen ist auch für Al Pride ein Highlight, wurde doch ihre diesjährige Tour durch die Schweiz und durch grosse Teile Europas abgesagt. Trotzdem darf sich die Band auf einige bevorstehende Konzerte freuen und ihre teils persönlichen, teils gesellschaftskritischen Songs dem Publikum näherbringen. Dankbar ist Leadsänger Nico Schulthess auch den Veranstaltern, die es überhaupt möglich machen würden, live zu spielen.

Und ohne Publikum gäbe es auch keine Konzerte: «Uns ist bewusst, dass es in der aktuellen Situation mit Risiken und einer gewissen Überwindung verbunden ist, Veranstaltungen zu besuchen.» Der Besuch von Konzerten sei keine Selbstverständlichkeit mehr. Dies hätte die Band während der zweiten Plattentaufe gespürt – im positiven Sinne.

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