Baden
Die Badener Guggennacht als das fasnächtliche «Moon and Stars»

Schrille Töne, fröhliche Menschen und Konfettiregen – das war die Badener Guggennacht. Eine Nacht, die an ein fasnächtliches «Moon and Stars»-Festival erinnert. Nur, dass es etwas kühler war und es Guggenmusiken brauchte, um dem Publikum einzuheizen.

Calvin Stettler
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Die Schnüffler Clique aus Wettingen liefert einen tollen Auftritt ab.

Die Schnüffler Clique aus Wettingen liefert einen tollen Auftritt ab.

Zur Verfügung gestellt

Samstagabend kurz nach 21 Uhr. Obwohl ich erst beim Lindenplatz stehe, ist das närrische Treiben hinter den Fassaden der Bäderstadt bereits hörbar – es regiert die Guggennacht. Ich begebe mich zum Cordulaplatz, wo eine Bühne meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die «Wasserschloss Fäger» performen gerade einen Chartstürmer von Adele. Die Untersiggentaler Gugge kombiniert mit dem Cordulaplatz wecken in mir Erinnerungen an die Piazza Grande in Locarno. Ein fasnächtliches «Moon and Stars», wenn man so will. Mit den Worten «super Gugge» quittiert ein Zuschauer die elektrisierende Darbietung – und ich ziehe weiter.

Wie immer wurde viel getanzt, gelacht und getrunken
15 Bilder
Ein toller Auftritt lieferten auch die Hunghäfän aus Schwanden
Neben schriller Musik stand auch der Glühwein-Stand hoch im Kurs
Die Wettinger Schnüffler Clique wusste ebenfalls zu überzeugen
Die Zuschauer waren bestens gelaunt und tanzten in allen erdenklichen Formen
Die Wasserschloss Fäger performen am Cordulaplatz
Die provisorische Bühne zwischen den Hausfassaden am Cordulaplatz
Die Finkechlopfer aus Nussbaumen zogen die Aufmerksamkeit mit einem originellen Kostüm auf sich
Die Individualität der Kostüme war auch in diesem Jahr riesig
Die Bloser Clique gibt am Guggenbrunnen ein packendes Konzert
Der Schlossbergplatz war einer der Knotenpunkte an der diesjährigen Guggennacht
Der Cordulaplatz erinnerte ein wenig an die fasnächtliche Ausgabe des Moon and Stars, das jeweils in Locarno stattfindet
Baden ist - fasnachtsverrückt
Bis tief in die Nacht lauschten die Zuschauer den Guggen
Auch während des Auftritts finden zwei Wasserschloss Fäger Zeit, um in die Kamera zu lachen

Wie immer wurde viel getanzt, gelacht und getrunken

Calvin Stettler

Individualität als Faszination

Als ich in die Weite Gasse einbiege, beobachte ich drei Fasnächtler, die in einem Fast-Food-Restaurant, wo man sein Sandwich nach Belieben selbst zusammenstellen kann, rasten. Individualität. Eine Eigenschaft, die die Fasnacht charakterisiert. Während ich in meinen Gedanken schwelge, bemerke ich, dass an der Guggennacht mehrere Knotenpunkte auszumachen sind.

Der Stadtturm wird von beiden Seiten mit musikalischen Höhepunkten beschallt. Zum einen vor dem Guggenbrunnen mit der ältesten Badener Guggenmusik, die «Bloser Clique», zum anderen auf dem Schlossbergplatz mit der «Schnüffler Clique» Wettingen. Letztere feiern dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum.

Ich ertappe mich, wie ich im Trubel auf dem Schlossbergplatz versinke. Gut gelaunte Leute, schrille Töne und Glühweingeschmack in der Luft. Und immer wieder regnet es Konfetti. Mittlerweile wird es richtig kühl in den Badener Gassen. Schnell ein Orangenpunsch und schon flaniere ich weiter der Badstrasse entlang. Trotzdem hält der Abend die erste Enttäuschung bereit: Das letzte Konzert vor dem McDonalds geht soeben zu Ende. Dann halt wieder zurück in die Stadtturm-Region, denke ich mir.

Da stehen mittlerweile die Glarner «Hunghäfe» aus Schwanden. Der Unterhaltungsimport, der mit dem Motto «Guinness – Rausch der Rekorde» durchs Land zieht, heizt den Badener richtig ein, in dem sie mit Helene Fischers «Atemlos durch die Nacht» definitiv den Tanz-Nerv des Publikums treffen. Dabei denke ich mir nur: Baden ist – fasnachtsverrückt.

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