Baden
Die Badener Jugendarbeit geht unter die Brücke

Dank dem Projekt «comtainer?» erhalten die Jugendlichen einen vielfältigen Treffpunkt. Zu verdanken haben die Jugendlichen dies der Jugendarbeit Baden. Sie macht es möglich und organisiert zum vierten Mal das Projekt.

Fabienne Eichelberger
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Zum Auftakt der «comtainer?»-Saison haben sich die Jugendlichen einen gemütlichen Grill-Abend gewünscht.

Zum Auftakt der «comtainer?»-Saison haben sich die Jugendlichen einen gemütlichen Grill-Abend gewünscht.

AZ

Im Graben, direkt unter der Hochbrücke, steht seit einigen Tagen ein bunt bemalter Container. Während er unter der Woche unbewohnt und verlassen wirkt, so kehrt am Wochenende jeweils Leben ein. Wie dieses Leben genau aussieht, kann man im Voraus nie sagen. Jeder Abend ist anders.

Etwas bleibt aber immer gleich: «Es sind die Jugendlichen, die dem Container Leben einhauchen», sagt Sacha Studer, Leiter der Jugendarbeit Baden. Die Jungen haben es in der Hand, ob unter der Hochbrücke Hip-Hop aus den Boxen dröhnt oder ob man sich doch lieber zu einem gemütlichen Gespräch bei Gitarrenmusik trifft.

Möglich macht das die Jugendarbeit Baden. Sie organisiert zum vierten Mal das Projekt «comtainer?». Zum ersten Mal befindet sich der Container dauerhaft im Graben. Auf die früheren Standortwechsel wird verzichtet: «Irgendwie haben die Jugendlichen das Zügeln nicht ganz kapiert», schmunzelt Studer.

Wichtig ist der Jugendarbeit, dass die Jugendlichen die Abende selber gestalten: «Wir wollen ihnen nicht alles auf dem Silbertablett präsentieren», sagt Studer. Er und sein Team stehen ihnen aber sowohl bei der Organisation wie auch bei alltäglichen Fragen gerne zur Seite.

Unterschiedliche Anliegen

«Oft kommen die Jugendlichen mit einem Anliegen zu uns, das sie selber noch gar nicht kennen», so Studer. Im Gespräch stelle sich plötzlich heraus, wo der Schuh drückt. Die Themen seien breit gefächert: Die einen suchen einen Sänger für die Band, andere eine Lehrstelle.

Um die Anliegen der Jugendlichen kümmern sich neben den Jugendarbeitern auch Zivildienstleistende. Sie sind während sechs Monaten im Einsatz. «Da jeder Abend anders verläuft, müssen auch die Zivis sehr offen, anpassungsfähig und spontan sein», sagt Studer. «Zudem hat jeder eine andere Begabung und spricht daher unterschiedliche Jugendliche an.» So sei der eine Musiker, der andere schauspielerisch begabt.

Auch wurden die Zivis mit dem nötigen Rüstzeug im Falle einer brenzligen Situation ausgestattet. Obwohl die Abende in der Regel friedlich verlaufen, haben die Zivildienstleistenden Schulungen zum Thema Gewaltprävention besucht. Gleichzeitig zur Arbeit beim Projekt «comtainer?» zeigen die Zivis und Jugendarbeiter auch in der Innenstadt Präsenz. Eingekleidet in Pullover mit klar sichtbarem «comtainer?»-Logo suchen sie den Kontakt zur Bevölkerung. So nehmen sie auch gerne Anregungen von Passanten und Anwohnern entgegen.

Party mit verschiedenen Facetten

Am kommenden Samstag findet ein spezieller Event statt. Zum ersten und einzigen Mal im Rahmen des «comtainer?»-Projekts organisiert die Jugendarbeit selber einen Abend, der verschiedene Gruppen ansprechen soll. Dazu fahren sie grosse Geschütze auf: Neben einem Konzert der Badener Rock-Band Holy Members Club wird ein Graffiti-Sprayer live sein Können zeigen. Zudem bieten die Feuer-Akrobaten von «Baden brennt» eine spektakuläre Show. Vorher können die Jugendlichen grillieren und diverse Spiele ausprobieren.
Startevent «comtainer?»

Samstag, 11. 6., ab 16.00 Uhr. Im Graben, Baden. www.jugendarbeit.baden.ch

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