Baden
Die Badener machen sich auf die Suche nach den Spuren ihrer Ahnen

Eine Stadtführung mit Silvia Hochstrasser lässt die Geschichte der Bäderstadt lebendig werden. Vom Merkker-Areal über den alten Friedhof bis zur Ruine Stein merkt man: Baden steckt voller Legenden und unzähligen Geschichten.

Philippe Neidhart
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Das Merkker-Areal ist der Startpunkt der abendlichen Führung
11 Bilder
Nur von Kerzen beleuchtet spricht Silvia Hochstrasser über die St. Niklaus-Schlosskapelle
Silvia Hochstrasser rezitiert einen Text vom Badener Wortakrobaten Simon Libsig
Emilio Guerini sorgt für ein musikalisches Intermezzo
Das Grab der Malerin Louise Katharina Breslau
Maria Magdalena Kaufmann erzählt den Teilnehmern die tragische Geschichte von Hans Trudel
Stadtführung in Baden
Das Grab des ehemaligen Badener Stadtammans Josef Jaeger
Silvia Hochstrasser erzählt über die Ahnen der Bäderstadt
Hochstrasser präsentiert ein Bild der Malerin Louise Katharina Breslau

Das Merkker-Areal ist der Startpunkt der abendlichen Führung

Philippe Neidhart

Eine kleine Gruppe hat sich vor dem Eingang des Merkker-Areals versammelt. Begleitet von einem eisigen Wind lauschen sie den Worten von Silvia Hochstrasser, die über den steilen Aufstieg der Familie Merkker – früher Mercker – erzählt. «Mit Fleiss und Kraft, man vieles schafft», so Hochstrasser, «war der Leitspruch des aufstrebenden Merkkers.» Es ist der Anfang der Führung «Baden im Licht der Stille und im Glanz der Ahnen».

Der gekaufte Heilige

Vom Merkker-Areal macht sich die kleine Gruppe auf in Richtung alter Friedhof. Beim Damianweg hält Hochstrasser kurz inne. «Damian ist einer der drei Stadtheiligen», erzählt sie, «Baden besitzt sogar Reliquien dieses Mannes.» Wahrscheinlich sei dieser jedoch Nordafrikaner gewesen – ein Krieger, der nachträglich getauft wurde, weiss Hochstrasser. «Es sei ein Geschenk gewesen, heisst es – in Wahrheit mussten die Reliquien teuer erstanden werden.»

Im Schein der Taschenlampe

Mit Taschenlampen bewaffnet geht es nun weiter im alten Friedhof. Nebst vielen anderen Ahnen ist vor allem einer gegenwärtig: der Badener Künstler Hans Trudel. Seine bewegende Geschichte wird von Maria Magdalena Kaufmann erzählt, begleitet wird sie dabei vom Akkordeonspieler Emilio Guerini.

Immer wieder ergänzt Hochstrasser ihre Erzählungen mit witzigen und lehrreichen Anekdoten, welche sie sich in über zehn Jahren Erfahrung mit Stadtführungen zugelegt hat.

Vom Friedhof führt der Weg zum St.-Ursus-Kindergarten. Hier soll der Legende nach einst eine Kapelle gestanden haben, wie Hochstrasser weiss. Während sie erzählt, gibt es für die Teilnehmer eine Kürbissuppe zur Stärkung. Dann geht es steil bergauf zum letzten Posten der Führung: der St.-Niklaus-Schlosskapelle bei der Ruine Stein.

Von Dichtern und Legenden

An diesem Ort haben bereits die Habsburger Messen gehalten. An diesem Ort kommt Hochstrasser auf einen letzten Ahnen zu sprechen – den Dichter und Politiker Alfred Bruggmann. Nebst den Texten zu den Globibüchern hat er selbst das Lied zu seinem eigenen Tod gedichtet.

Am Ende der Führung ist klar: Baden ist nicht einfach nur eine Stadt, Baden ist der Ursprungsort von Legenden und unzähligen Geschichten.

Weiter Infos unter www.fuehrungenbaden.ch