Der Blick des Publikums fiel auf Eduard Spörris Skulptur «die Badende» und Grafiken von Emil Nolde, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Pablo Picasso, als Katia Röthlin und Ruth Wiederkehr im Hallerbau der Kantonsschule Baden die Badener Neujahrsblätter 2015 erstmals dem Publikum vorstellten. Den beeindruckenden Kunstschätzen in der Kanti ist ein Bericht in der vielfältigen Chronik zum Thema «Sammeln» gewidmet.

Fast alle Leute sammeln irgendetwas und sind sich dessen oft gar nicht bewusst. Der Sammeltrieb gehört seit der Steinzeit zu den wichtigsten Instinkten des Menschen. Warum aber sammelt man heute? Und vor allem: Wer sammelt was? Ein originelles Bilderrätsel in den Neujahrsblättern zeigt, dass kuriose Kollektionen keineswegs auf deren Besitzer schliessen lassen. Es gibt Sammler, die frönen ihrer Leidenschaft ganz im Verborgenen. Andere präsentieren sie stolz der Öffentlichkeit.

Ein stiller und bescheidener Mann war Paul Haberbosch. Der Basler Doktor der Geografie, Botanik und Zoologie eignete sich über seine Wahlheimat Baden ein Wissen an, das seinesgleichen sucht. Er hinterliess eine chaotische «Zetteliwirtschaft» mit Abertausenden von Notizen, die im Stadtarchiv sorgfältig entwirrt wurde und heute wichtiges Basiswissen bei Ausgrabungs- und Forschungsprojekten liefert.

Auf Kübel-Tour

Auch zahlreiche andere Sammler werden in den Badener Neujahrsblätter 2015 porträtiert: Fotografin Claudia Breitschmid entführt die Leserschaft mit ihrer Bildstrecke in die Kellergewölbe des Museumsdepots Baden, wo sich im Schein ihrer Taschenlampe verborgene Kostbarkeiten offenbaren. Weiter Sepp Schmid mit seinem Badener Lokalmuseum und Werkhofmitarbeiter René Ryser, der jeden Tag mit seinem Müllfahrzeug auf Kübel-Tour geht.

Viel Neues und Wissenswertes zu erfahren gibt es auch im Teil «Stadt und Region»: Maël Roumois liefert spannende Facts über die Eroberung Badens im Jahr 1415, als die Limmatstadt von habsburgischem in eidgenössisches Regime überging. Die angehende Mathematikerin Andrea Ventura dagegen eruierte aufgrund von Steuerbelegen, wie viel Geld Badener Familien in den 30er-Jahren zum Leben hatten.

Und im politischen Jahresrückblick kann Autor Hans Fahrländer dieses Jahr aus dem Vollen schöpfen: von Gerigate bis zur langen Leidensgeschichte des Bäderquartiers, die er als «affaire à suivre» bezeichnet.

Die Badener Neujahrsblätter 2015 werden von der Literarischen Gesellschaft Baden und der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden herausgegeben. Sie sind in allen Buchhandlungen vor Ort und beim Verlag «hier + jetzt» in Baden-Dättwil erhältlich. Exemplare der letzten Jahre können neu digital eingesehen werden unter www.badenerneujahrsblaetter.ch.