Die «allerhöchste Alarmstufe» für die Schnitzelbänke, wie es 2013 hiess, scheint überwunden zu sein. In den letzten beiden Jahren meldeten sich nur sechs Gruppen an – ein «Problem», wie Hanspeter Sailer, Präsident der Vereinigten Fasnachts-Gruppen (VFGB) damals sagte.

In diesem Jahr sieht es wieder rosiger aus: Mit «Clochards» und «Blächschade» haben sich zwei neue Schnitzelbänke formiert. Neu ist auch das «Cabaret Boschettli». «Diese Gruppen bestehen aus alteingesessenen Fasnächtlern», sagt Bernhard Schmid, der Brödlimeister und Co-Präsident des Organisationskomitees (OK) Badener Fasnacht.

2012 war die magere Bilanz der angemeldeten Schnitzelbänke das Hauptthema am Medienapéro des OK. Heute verneint Schmid, dass die Schnitzelbänke in einer Krise stecken: «Es gehört dazu, dass sich von Jahr zu Jahr mehr oder weniger Gruppen anmelden.»

Er sehe der Zukunft der Badener Schnitzelbänke positiv entgegen. Er hält aber fest, dass Schnitzelbänke einen grossen Aufwand mit sich bringen würden, was die Formierung von neuen Gruppen hemmen könnte.

Dazu gehört nicht nur das Schreiben der Texte, sondern auch die musikalische Untermalung oder die Illustration der Verse auf sogenannten Helgen, die viele Schnitzelbänkler einbauen. «Hinzu kommt, dass viele Leute sich unterschätzen und sich nicht auf die Bühne trauen», meint Schmid.

Die Spanischbrödlizunft hat schon verschiedene Ideen gesammelt, wie die Schnitzelbänkler in ihren Verskreationen unterstützt und der Nachwuchs gefördert werden könnte: Workshops, an denen die Grundsätze erklärt werden oder ein Förderpreis für den besten Newcomer der Fasnacht.

Denn die Qualitätsansprüche des Publikums und der Jury an die Schnitzelbänkler sind gross. «Die Inhalte sollten einen lokalen Bezug haben und die Zeilen sich geschmeidig reimen», erklärt Schmid. Auch wie die Schnitzel präsentiert werden, spiele eine Rolle. «Wir haben auch schon Gruppen ablehnen müssen, weil die Qualität nicht dem Geschmack des Publikums entsprach.»

Könnte sich die Spanischbrödlizunft auch vorstellen, Basler Cliquen als Lückenfüller einzuladen? «Nein», sagt Schmid bestimmt. «Wir möchten an unserer Badener Fasnacht die eigene, lokale Identität fördern.» Zudem finde die Basler Fasnacht später statt: «Die Cliquen aus Basel möchten ihre Verse nicht schon vor der eigenen Fasnacht öffentlich vortragen.»

Eine Ausnahme bildet die Schnitzelbank Derniere am Sonntagabend: Dort treten neben den zehn Badener auch fünf Basler Cliquen auf, die Ausschnitte aus ihrem alten und neuen Programm vorstellen. «Basel ist die Hochburg der Schnitzelbänke», sagt Daniel Hertig, OK-Chef der Derniere und Schnitzelbänkler.

«Was Basler Cliquen zeigen, ist Perfektion, sie spornen uns Badener Gruppen an.» Zudem sei die gute Durchmischung zwischen Badener und Basler Schnitzelbänken auch interessant für das Publikum.

Die Derniere soll aber vor allem den Badener Schnitzelbänklern die Möglichkeit bieten, die anderen lokalen Gruppen in voller Länge sehen zu können. «So möchten wir den Zusammenhalt und die Kollegialität untereinander fördern – das ist wichtig unter Fasnächtlern», sagt Hertig.

Badener Schnitzelbänkler über Geri Müller

Badener Schnitzelbänkler über Geri Müller

Die Schwäfelsüüder sind 2013 einmal mehr die Publikumslieblinge.